Mein Leben in einem Wort

Alltagsspagat, trifft es immer noch. Nach den Jahren ist es das am passendste Wort geblieben. Die Umstände haben sich geändert, aber der Inhalt ist geblieben. Ich hinterfrage nicht mehr so viel, ich akzeptiere mehr und lebe im Moment. Immerhin das hat sich geändert. Ich plane weniger. Bin trotzdem noch gut organisiert. Die Lethargie ist gewichen, die Akzeptanz ist da. Auch ein gutes Gefühl. Ich trauere nichts mehr hinterher. Ich freue mich über kleine Sachen. Laut Selbsthilfebüchern, ist es das Ziel, welches ich jetzt erreicht habe. Es fühlt sich aber nicht so an. Es ist zwar schön, so wie es ist, aber die Ambitionen sind gewichen und der Alltag ist da, zwar ein anderer als noch vor zwei Jahren, aber Alltag eben.

Wenn es das jetzt ist, bin ich mal gespannt wie lange ich mich in diesem Alltag wohl fühle.

Es gibt Sachen, die ich durch Training verbessert habe. Zum Beispiel; wie schlafe ich von Sonntag auf Montag gut.

Tipp von mir. Vier Mal tief ein-und ausatmen. Und immer fragen, was hält mich ab vom Einschlafen und kann ich es um diese Zeit aus meinem Bett heraus ändern? Meist ist die Antwort nein, also ist die beste Option schlafen. Eine Einkaufsliste kann man immer noch am nächsten Morgen schreiben. Auch die Wäsche lässt sich einen Tag später waschen. Und den Konflikt mit der Kollegin von letzter Woche, kann ich am Sonntagabend aus dem Bett heraus ebenfalls nicht lösen. Keinen Konflikt kann man alleine lösen, also warum Gedanken dazu machen.

Nach wie vor helfen mir Todo Listen, um besser Projekte zu realisieren. Kleine Ziele, größere Machbarkeit, schneller Erfolg. Es muss nie kompliziert sein. Es geht einfach und auch erst am nächsten Morgen. Übrigens von der „goldenen Stunde“ am Morgen halte ich gar nix. Wenn ich meinen Tag nicht so aufteilen kann, dass ich nicht mal eine Stunde für mich habe, dann habe ich ein schlechtes Zeitmanagement und falsche Prioritäten gesetzt. Auch das ist ganz einfach. Nicht jammern, dass man das alles nicht schafft, weil alles zu viel ist. Nein, Prios überdenken und Freiräume schaffen. Und natürlich fällt dann mal was vom Tisch. Aber das macht gutes Zeitmanagement aus. Was vom Tisch fällt, war vielleicht gar nicht wichtig. Muss es dann überhaupt einen Platz im Leben haben? Oft, ist auch hier die Antwort nein. Immer fragen, was tut mir gut und was nicht. Fragt euch das ruhig öfter. Ihr werdet überrascht sein, wie viele Dinge und Sachen keinen Platz in eurem Leben brauchen. Und wenn ihr an eure Grenzen stoßt, fragt nach Hilfe. Das habe ich auch getan. Sachen sortieren muss man nicht alleine machen, bei einem Kaffee und Schokolade klappt das auch super mit einer Freundin zusammen. Die Arbeit ist dann nur halb so stressig und man teilt innige Momente mit einer guten Seele.

Ich muss tatsächlich sagen, dass mir selten Sachen vom Tisch fallen. Auch darauf bin ich stolz. Braucht ihr Hilfe bei etwas? Fragt auch gerne mich. Zeitmanagement und Todo Listen sind meine Stärken. Genauso wie innere Konflikte lösen. 🙂

Ich wünsche mir…

Nachdem einige Zeit ins Land gegangen ist bleibt nach dieser Zwangspause nur eins übrig, Wünsche äußern.

Nachdem man sich darauf besinnen durfte was einem wirklich wichtig ist in so einer globalen Krise wird es jetzt Zeit sich für die Zukunft etwas zu wünschen.

Was wäre das bei dir?

Bei mir sind es gar nicht mal so wenig Sachen. Aber alle gleichermaßen wichtig.

Ich wünsche mir…

…Gefühle zu sortieren..

…einen klaren Strich ziehen zu können…

….eine gute Mutter zu sein…

….einen guten Job zu machen….

….gesund zu sein….

und vor allem wieder glücklich zu sein!

Das wünsche sicherlich nicht nur ich mir. Das wünscht sich vielleicht die eine oder andere Frau ebenfalls. Sollte doch machbar sein, oder? Es kann doch nicht so schwer sein, dass alles hinzubekommen. Andere schaffen das doch auch.

Und was das eigentlich Tolle daran ist, ich brauche niemanden dazu. Das kann ich alles ganz allein. Ich kann mich entscheiden glücklich zu sein. Ich kann mich entscheiden meinen Job so gut zu machen wie irgend möglich. Ich kann eine gute Mutter sein, wahrscheinlich bin ich das schon.

Naja und das mit dem gesund sein, kommt spätestens dann, wenn ich glücklich bin. Alles eine Frage der Einstellung. Mit genügend Zeit werden wir das alle  hinbekommen.

Da ist es, das Zeit-Thema. Da war doch was?! Ich als „nicht geduldiger“ Mensch bringe Zeit einfach nicht auf meine Seite. Wieso nicht? Zeit ist doch relativ! Wieder eine Frage der Einstellung. Punkt.

Hier ein paar nette Zitate zur Zeit:

„Zeit heilt alle Wunden.“

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“

„Es gibt eine Zeit für die Arbeit. Und es gibt eine Zeit für die Liebe. Mehr Zeit hat man nicht.“

„Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.“

„Zeitverschwendung ist die leichteste aller Verschwendungen.“

Genug Zitate. Hilft ja alles nichts. Wir sind nur einmal hier und haben nur ein Leben. Was wir daraus machen ist völlig uns überlassen. Zeit hin oder her. Nur ein Leben.

Hier meine These zum Thema Wünschen und Zeit:

Passen all meine Wünsche auch in „meine“ Zeit?

Wieviel Zeit habe ich überhaupt? Das weiß ja keiner. Es ist quasi eine Überraschung. Ich liebe Überraschungen! Also, weil der Ausgang ungewiss und Zeit schon mal nicht die Konstante in dieser Rechnung ist, muss ich wohl oder übel näher auf meine Wünsche eingehen.

Das bekomme ich hin und du auch! Wunschlisten schreiben gehört eh zu meinen liebsten Zeitverschwendungen.

Also Wünsche und Einstellungen sind die Punkte auf die ich meine Aufmerksam lenken sollte und Zeit ist etwas, was ich nicht beeinflussen kann. Zeit ist einfach da und keiner weiß wie lange. Also Zeit sollte keine so große Rolle spielen.

Vielleicht machst du mit und schreibst mit mir zusammen eine Wunschliste? Frei raus, einfach mal aufschreiben  was dir in den Sinn kommt. Ich habe meine Punkte oben schon mal notiert. Da kommen sicherlich noch mehr dazu. Ich kenne mich ja. 😉

Ich freue mich richtig darauf meine Wunschliste anzufangen. Also worauf warten? Zeit ist da.

 

 

 

 

 

 

Nach krank kommt gesund

Neulich im Krankenhaus.

Ich musste operiert werden. Vorgespräche mussten geführt werden, Blut musste abgenommen werden und man musste unterschreiben, dass wenn man doch stirbt, das Krankenhaus keine Schuld hat.

Ok, das macht man ja auch alles, weil man ja nicht davon ausgeht, dass man stirbt.

Ich kam also zum OP Tag pünktlich in die Vorbereitung. “ Ziehen Sie sich schon mal aus. Alles bitte. Dann alles in die Kiste hier.“

Ähm, ja, ok. Das Zimmer war kalt, die Kiste war Mausgrau und Socken durfte ich auch nicht anbehalten.

Dann liegt man da in dem Bett, mit dem man auch in den OP gerollt wird. Das olle Laken mit dem man mich zugedeckt hatte, hat mich auch nicht warm gehalten.

Der Pfleger, der mich in den Keller brachte, machte noch ein paar Witze über meinen Namen und dann stand ich auch schon im „Schlachthaus“.

Der Keller war bis unter die Decke gefliest und es roch nach Desinfektionsmittel. Man fragte meine Daten ab und dann war ich allein. Ohne Brille und konnte nichts sehen.

Keiner sprach mit mir, obwohl dort viele Leute rumrannten. Keiner fragte ob alles ok ist.

Ich denke, es war alles ok. Was sollte ich auch tun, fast nackt und blind im Keller.

Dann wurde ich von Bett A ins Bett B gerollt. Haube auf und weiter zur Narkose.

Dort waren wusilige Schwestern und es roch ein wenig nach Kaffee. Haben die Schwestern wohl grad getrunken. Ich durfte ja nichts trinken.

Dann wurde ich oben rum frei gemacht, ein Zugang wurde im Arm gelegt. Da ich müde war und mich nicht sonderlich aufregen wollt, lag ich einfach nur rum. Barbusig und wartend.

Die Schwester schaute mich an und fragte, ob ich ein Beruhigungsmittel genommen hätte, weil mein Puls so extrem ruhig sei. Ich meinte nur, ich bin müde. Sie sah etwas besorgt aus, aber gut, was hätte ich tun sollen, tanzen!?

Dann kam endlich die Narkoseärztin. In einem Redeschwall, sagte sie mir, dass jetzt ein Hammerschmerzmittel in meine Adern gepumpt wird, dass der Arm taub wird und danach gleich das „Schlafmittel“ kommt. Warum nicht andersrum, dachte ich mir noch.

Die nach Kaffee riechende Schwester lachte mich an und setzte mir so eine Maske auf, dadurch bekam ich keine Luft, sie sagte brauche ich auch nicht sonderlich, ich bekomme ja gleich Sauerstoff und schlafe.

Und weg war ich. Ich weiß nur noch, dass ich extrem angepisst und schmerzverzerrt aufwachte. Die Schwester im Aufwachzimmer pumpte mir gleich noch mal Schmerzmittel nach. Schrie mich an, ich soll atmen, weil mein Monitor wild rumpiepste. Aber ich atmete doch, ich war ja auch wach geworden.

„Ist Ihnen schlecht?“ fragte sie. Nein, sagte ich. „Hier, nehmen Sie die Tablette gegen Übelkeit.“ Aber mir ist nicht schlecht, wiederholte ich. Und dann nahm ich die Tablette gegen Übelkeit.

Ich lag dann endlich auf meinem Zimmer. OP war überstanden, Schmerzen im Griff.

Ich war froh neben dem Fenster im Zimmer zu liegen. Eine alte Dame lag an der Tür, das mittlere Bett war frei.

Ich dachte noch so bei mir, endlich ausruhen und die Familie anrufen. Vielleicht was trinken.

Und dann lernte ich Frau Kasper kennen. Ich war zum Glück nur zwei Nächte im Krankenhaus, davon habe ich zwei Nächte nicht geschlafen. Nicht am Stück.

Frau Kasper war 94 Jahre alt und erzählte jedem der es nicht hören wollte, wie sie ins Krankenhaus gekommen ist und was sie hatte.

Ich wollte eigentlich nur gesund werden. Das ist im Krankenhaus wirklich nicht möglich.

Obwohl alle ihre Arbeit gemacht haben und die Nachtschwester echt richtig, gutes Zeug verteilt hat. Möchte ich erstmal nicht wieder ins Krankenhaus.

Ich bin jetzt wieder gesund und weiß wo ich hin möchte, wenn es wirklich einen Notfall geben sollte. Aber lieber bin ich zu Hause auf dem Balkon, mit Blick auf den Sonnenaufgang am Sonntagmorgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Kopf frei bekommen

Dieses Jahr stand ein langgehegter Wunsch ganz oben auf meiner Todoliste.

Schottland.

Wandern und Loch Ness besuchen.
Gesagt. Getan.
Ich kann es nur damit beschreiben, dass es bewusstseinsverändernd war.
Ich habe viel gelesen und natürlich Bilder gesehen. Auf der Insel war ich auch schon, aber abseits von Trubel eben noch nie.

In Edinburgh bin ich gelandet, dann nach Inverness mit dem Zug. Von dort war der erste Tagesmarsch geplant.

Um 7 Uhr ging es los. Durch den Ort Inverness entlang eines Kanals, der direkt in den Loch Ness führte.
Nur mal so erwähnt, der Bus brauchte von Inverness zum Loch Ness nur 20 Minuten.

Ich habe über 5 Stunden gebraucht zu Fuß.

Also die erste Stunde ging es nur bergauf. Das war irgendwie nicht das, was ich erwartet habe. Ich meine, ich kann keine Höhenangaben wirklich gut einschätzen. Ist ein Frauending vermute ich.

Also schwitzend und schnaufend den ollen Berg hoch. Schottland ist sehr bergig, nicht alle sind sehr hoch, aber mit Gepäck und anderer Erwartung eben doch ein klein wenig anstrengend.

Es regnete immer so eben weg, der schottische Sommer eben.

Zum Glück war der Weg gut ausgeschildert und die Schuhe haben dem Regen stand gehalten.

Ich habe keinen Redbull mehr getrunken, nachdem die drei vor der Null stand. Aber an dem Tag hatte ich einen dabei. Leicht zögerlich, weil Angst vor Herzattacken trank ich diesen. Wohl gemerkt nach der ersten Stunde s schon.

Der Blick beim Trinken war atemberaubend. Alles war grün und roch nach frischem Regen.

Es ging durch ein ausgedehntes Waldstück. Mein Regencape ruschelte lustig vor sich hin und bei diesem sonoren Geräusch versank ich in meinen Gedanken.

Mein Rucksack schnürte mir die linke Schulter ab. Das tat weh, sogar sehr. Egal. Weiter.

Dann habe ich meine Ader für Farne und Moos entdeckt. Viele Fotos später, waren immer noch genügend Farne und Moose da.

Der Rucksack tat immer noch weh. Ich wusste schon gar nicht mehr wie ich ihn noch aufsetzen sollte?!

Das war aber nicht das größte Problem. Das war der Drang in die Büsche zu müssen und nicht zu wissen, wie viele Wanderer noch den Weg gingen. Schließlich habe ich ein Zelt im Wald gesehen und keine Ahnung gehabt, ob da jemand drin war, oder der eben auch in den Büschen hockte. Also nach ca. einer Stunde aushalten, ging es nicht mehr. Es regnete noch. Alles war nass, dann war das Hinhocken in die nassen Büsche auch kein Thema mehr. Erledigt.

Ich war ein wenig stolz auf mich, dass ich weder hingefallen bin, noch das ich mehr nass gemacht hätte, als es eh schon war. Aber es ist kein schönes Gefühl, die nasse Hose über die nassen Beine zu ziehen und zu wissen, dass man vor abends auf gar keinen Fall mehr trocken wird.

Der Rucksack war kein Thema mehr, als ich merkte, dass mein Knie zicken machte.

Ich wollt es ignorieren, aber es ging nicht. Da wusste ich noch nicht, dass die letzte Stunde des Marsches nur bergab ging und zwar bei 35% Gefälle.

Die Schmerzen beim Wandern begleiteten mich also stetig. Der Regen war mir mittlerweile egal geworden. Hunger und Durst waren auf einmal nicht mehr wichtig.

Gehen war wichtig. Ankommen. Nicht umknicken.

Mit dem Schmerz ging ich also einige Stunden. Bis ich zu einer Lichtung kam. Aus dem Augenwinkel sah ich ein Reh. Es stand so dicht, dass ich alle Details erkennen konnte. Es ging eine Weile mit mir. Was für ein Gefühl. Mit der Natur alleine zu sein.

Nur war ich nicht alleine. Zwei Meter hinter mir, ging das Pubertier, was in groben Abständen rumgrummelte.

Zwei Meter vor mir der Mann mit Karte und Navi.

Was soll ich sagen. Kopf frei bekommen geht anders.

Schön wars trotzdem, ich würde es immer wieder machen. Vielleicht wirklich mal alleine.

Ich will das nicht

Es gibt Momente, da sträubt sich der ganze Körper gegen etwas. Er lehnt sich auf. Mit jeder einzelnen Faser merkt man, dass man das nicht will. Egal was.

Reden. Jemandem zuhören. Besuchen. Lernen. Prüfungen. Reisen. Konflikte. Neue Bekanntschaften.

Nichts ist so deutlich, wie das Aufstellen von Nackenhaaren. Kalter Schweiß auf der Stirn. Schnelles Atmen. Magenkrämpfe.

Bei mir ist es manchmal der Besuch bei den Schwiegereltern oder allgemein der Verwandtschaft.

Manchmal aber auch der Besuch beim Arzt oder aber das Lesen einer Mail oder das zufällige Treffen von speziellen Personen auf der Strasse.

Warum zum Teufel hören wir nicht auf unseren Körper und zwingen uns durch solche Situationen durch?

Warum tun wir nicht mehr Dinge, die wir lieben? Es geht nicht um Komfortzonen, es geht um Schmerzen, die wir empfinden, wenn wir etwas tun, was wir nicht wollen. Ich rede auch nicht unbedingt von körperlichen Schmerzen und den damit verbunden Grausamkeiten.

Seelischer Schmerz. Der schwer zu verdauen ist.

Weil man schon hundert Mal enttäuscht wurde oder aber schon so oft gesehen hat, wie andere verletzt wurden.

Das Schmerzgedächtnis wird in manchen Fällen einfach überlagert, wir können uns nicht mehr erinnern. Und machen dann immer wieder dieselbe Erfahrung.

Ich frage mich zum Beispiel oft, war es vor Jahren auch schon so? Konnte ich damit besser umgehen? Und warum wird es jetzt zu viel?

Ich werde älter und vielleicht auch weiser. Ich kann mir meine Schmerzen aussuchen. Das ist mein Recht. Und es gibt Sachen, die mich nicht mehr glücklich machen. Ich möchte mehr tun von dem was ich liebe und nicht mehr etwas anderen zur Liebe tun.

Wenn man den Unterschied verstanden hat, dann kann einen auch nicht mehr der Blick der Schwiegermutter treffen.

😉

 

 

 

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