Mein Leben in einem Wort

Alltagsspagat, trifft es immer noch. Nach den Jahren ist es das am passendste Wort geblieben. Die Umstände haben sich geändert, aber der Inhalt ist geblieben. Ich hinterfrage nicht mehr so viel, ich akzeptiere mehr und lebe im Moment. Immerhin das hat sich geändert. Ich plane weniger. Bin trotzdem noch gut organisiert. Die Lethargie ist gewichen, die Akzeptanz ist da. Auch ein gutes Gefühl. Ich trauere nichts mehr hinterher. Ich freue mich über kleine Sachen. Laut Selbsthilfebüchern, ist es das Ziel, welches ich jetzt erreicht habe. Es fühlt sich aber nicht so an. Es ist zwar schön, so wie es ist, aber die Ambitionen sind gewichen und der Alltag ist da, zwar ein anderer als noch vor zwei Jahren, aber Alltag eben.

Wenn es das jetzt ist, bin ich mal gespannt wie lange ich mich in diesem Alltag wohl fühle.

Es gibt Sachen, die ich durch Training verbessert habe. Zum Beispiel; wie schlafe ich von Sonntag auf Montag gut.

Tipp von mir. Vier Mal tief ein-und ausatmen. Und immer fragen, was hält mich ab vom Einschlafen und kann ich es um diese Zeit aus meinem Bett heraus ändern? Meist ist die Antwort nein, also ist die beste Option schlafen. Eine Einkaufsliste kann man immer noch am nächsten Morgen schreiben. Auch die Wäsche lässt sich einen Tag später waschen. Und den Konflikt mit der Kollegin von letzter Woche, kann ich am Sonntagabend aus dem Bett heraus ebenfalls nicht lösen. Keinen Konflikt kann man alleine lösen, also warum Gedanken dazu machen.

Nach wie vor helfen mir Todo Listen, um besser Projekte zu realisieren. Kleine Ziele, größere Machbarkeit, schneller Erfolg. Es muss nie kompliziert sein. Es geht einfach und auch erst am nächsten Morgen. Übrigens von der „goldenen Stunde“ am Morgen halte ich gar nix. Wenn ich meinen Tag nicht so aufteilen kann, dass ich nicht mal eine Stunde für mich habe, dann habe ich ein schlechtes Zeitmanagement und falsche Prioritäten gesetzt. Auch das ist ganz einfach. Nicht jammern, dass man das alles nicht schafft, weil alles zu viel ist. Nein, Prios überdenken und Freiräume schaffen. Und natürlich fällt dann mal was vom Tisch. Aber das macht gutes Zeitmanagement aus. Was vom Tisch fällt, war vielleicht gar nicht wichtig. Muss es dann überhaupt einen Platz im Leben haben? Oft, ist auch hier die Antwort nein. Immer fragen, was tut mir gut und was nicht. Fragt euch das ruhig öfter. Ihr werdet überrascht sein, wie viele Dinge und Sachen keinen Platz in eurem Leben brauchen. Und wenn ihr an eure Grenzen stoßt, fragt nach Hilfe. Das habe ich auch getan. Sachen sortieren muss man nicht alleine machen, bei einem Kaffee und Schokolade klappt das auch super mit einer Freundin zusammen. Die Arbeit ist dann nur halb so stressig und man teilt innige Momente mit einer guten Seele.

Ich muss tatsächlich sagen, dass mir selten Sachen vom Tisch fallen. Auch darauf bin ich stolz. Braucht ihr Hilfe bei etwas? Fragt auch gerne mich. Zeitmanagement und Todo Listen sind meine Stärken. Genauso wie innere Konflikte lösen. 🙂

Den Kopf frei bekommen

Dieses Jahr stand ein langgehegter Wunsch ganz oben auf meiner Todoliste.

Schottland.

Wandern und Loch Ness besuchen.
Gesagt. Getan.
Ich kann es nur damit beschreiben, dass es bewusstseinsverändernd war.
Ich habe viel gelesen und natürlich Bilder gesehen. Auf der Insel war ich auch schon, aber abseits von Trubel eben noch nie.

In Edinburgh bin ich gelandet, dann nach Inverness mit dem Zug. Von dort war der erste Tagesmarsch geplant.

Um 7 Uhr ging es los. Durch den Ort Inverness entlang eines Kanals, der direkt in den Loch Ness führte.
Nur mal so erwähnt, der Bus brauchte von Inverness zum Loch Ness nur 20 Minuten.

Ich habe über 5 Stunden gebraucht zu Fuß.

Also die erste Stunde ging es nur bergauf. Das war irgendwie nicht das, was ich erwartet habe. Ich meine, ich kann keine Höhenangaben wirklich gut einschätzen. Ist ein Frauending vermute ich.

Also schwitzend und schnaufend den ollen Berg hoch. Schottland ist sehr bergig, nicht alle sind sehr hoch, aber mit Gepäck und anderer Erwartung eben doch ein klein wenig anstrengend.

Es regnete immer so eben weg, der schottische Sommer eben.

Zum Glück war der Weg gut ausgeschildert und die Schuhe haben dem Regen stand gehalten.

Ich habe keinen Redbull mehr getrunken, nachdem die drei vor der Null stand. Aber an dem Tag hatte ich einen dabei. Leicht zögerlich, weil Angst vor Herzattacken trank ich diesen. Wohl gemerkt nach der ersten Stunde s schon.

Der Blick beim Trinken war atemberaubend. Alles war grün und roch nach frischem Regen.

Es ging durch ein ausgedehntes Waldstück. Mein Regencape ruschelte lustig vor sich hin und bei diesem sonoren Geräusch versank ich in meinen Gedanken.

Mein Rucksack schnürte mir die linke Schulter ab. Das tat weh, sogar sehr. Egal. Weiter.

Dann habe ich meine Ader für Farne und Moos entdeckt. Viele Fotos später, waren immer noch genügend Farne und Moose da.

Der Rucksack tat immer noch weh. Ich wusste schon gar nicht mehr wie ich ihn noch aufsetzen sollte?!

Das war aber nicht das größte Problem. Das war der Drang in die Büsche zu müssen und nicht zu wissen, wie viele Wanderer noch den Weg gingen. Schließlich habe ich ein Zelt im Wald gesehen und keine Ahnung gehabt, ob da jemand drin war, oder der eben auch in den Büschen hockte. Also nach ca. einer Stunde aushalten, ging es nicht mehr. Es regnete noch. Alles war nass, dann war das Hinhocken in die nassen Büsche auch kein Thema mehr. Erledigt.

Ich war ein wenig stolz auf mich, dass ich weder hingefallen bin, noch das ich mehr nass gemacht hätte, als es eh schon war. Aber es ist kein schönes Gefühl, die nasse Hose über die nassen Beine zu ziehen und zu wissen, dass man vor abends auf gar keinen Fall mehr trocken wird.

Der Rucksack war kein Thema mehr, als ich merkte, dass mein Knie zicken machte.

Ich wollt es ignorieren, aber es ging nicht. Da wusste ich noch nicht, dass die letzte Stunde des Marsches nur bergab ging und zwar bei 35% Gefälle.

Die Schmerzen beim Wandern begleiteten mich also stetig. Der Regen war mir mittlerweile egal geworden. Hunger und Durst waren auf einmal nicht mehr wichtig.

Gehen war wichtig. Ankommen. Nicht umknicken.

Mit dem Schmerz ging ich also einige Stunden. Bis ich zu einer Lichtung kam. Aus dem Augenwinkel sah ich ein Reh. Es stand so dicht, dass ich alle Details erkennen konnte. Es ging eine Weile mit mir. Was für ein Gefühl. Mit der Natur alleine zu sein.

Nur war ich nicht alleine. Zwei Meter hinter mir, ging das Pubertier, was in groben Abständen rumgrummelte.

Zwei Meter vor mir der Mann mit Karte und Navi.

Was soll ich sagen. Kopf frei bekommen geht anders.

Schön wars trotzdem, ich würde es immer wieder machen. Vielleicht wirklich mal alleine.

Ich will das nicht

Es gibt Momente, da sträubt sich der ganze Körper gegen etwas. Er lehnt sich auf. Mit jeder einzelnen Faser merkt man, dass man das nicht will. Egal was.

Reden. Jemandem zuhören. Besuchen. Lernen. Prüfungen. Reisen. Konflikte. Neue Bekanntschaften.

Nichts ist so deutlich, wie das Aufstellen von Nackenhaaren. Kalter Schweiß auf der Stirn. Schnelles Atmen. Magenkrämpfe.

Bei mir ist es manchmal der Besuch bei den Schwiegereltern oder allgemein der Verwandtschaft.

Manchmal aber auch der Besuch beim Arzt oder aber das Lesen einer Mail oder das zufällige Treffen von speziellen Personen auf der Strasse.

Warum zum Teufel hören wir nicht auf unseren Körper und zwingen uns durch solche Situationen durch?

Warum tun wir nicht mehr Dinge, die wir lieben? Es geht nicht um Komfortzonen, es geht um Schmerzen, die wir empfinden, wenn wir etwas tun, was wir nicht wollen. Ich rede auch nicht unbedingt von körperlichen Schmerzen und den damit verbunden Grausamkeiten.

Seelischer Schmerz. Der schwer zu verdauen ist.

Weil man schon hundert Mal enttäuscht wurde oder aber schon so oft gesehen hat, wie andere verletzt wurden.

Das Schmerzgedächtnis wird in manchen Fällen einfach überlagert, wir können uns nicht mehr erinnern. Und machen dann immer wieder dieselbe Erfahrung.

Ich frage mich zum Beispiel oft, war es vor Jahren auch schon so? Konnte ich damit besser umgehen? Und warum wird es jetzt zu viel?

Ich werde älter und vielleicht auch weiser. Ich kann mir meine Schmerzen aussuchen. Das ist mein Recht. Und es gibt Sachen, die mich nicht mehr glücklich machen. Ich möchte mehr tun von dem was ich liebe und nicht mehr etwas anderen zur Liebe tun.

Wenn man den Unterschied verstanden hat, dann kann einen auch nicht mehr der Blick der Schwiegermutter treffen.

😉

 

 

 

Mindset Shift – neuer Begriff, altes Problem

Dieser Artikel wurde im Online Magazin psylife veröffentlicht. Jetzt könnt ihr ihn hier nochmal bewundern.

Das neue Jahr hat begonnen und liegt mit all seinen Möglichkeiten vor dir. Gerade jetzt zum Jahreswechsel fragst du dich vielleicht, ob du alles richtig gemacht hast, ob es das schon war oder ob da noch was kommt.

Zum Beispiel:

Wie kannst du noch mehr Menschen helfen?

Sollst du ein Buch schreiben?

Sollst du einen Blog veröffentlichen?

Musst du immer so lange arbeiten?

Musst du immer erreichbar sein?

Nach einem langen Arbeitstag, fehlt oft der Elan, solche essenzielle Fragen zu beantworten. Wir stecken im Hamsterrad des Alltags fest. Hemmungen lähmen und schüren Ängste. Ich kenne das. Manchmal habe ich nur meine Wortwahl hinterfragt oder gezweifelt, ob Lösung B nicht doch besser gewesen wäre.

Mindset Shift –  heißt umdenken und eingefahrene Sichtweisen ändern. In fünf Schritten erkläre ich dir, wie du einen kleinen oder großen Blick aus dem Hamsterrad werfen und im neuen Jahr vom Fragen zum Tun kommen kannst.

 

Erster Schritt – die richtigen Fragen stellen

Liebst du das was du tust?

Welche Möglichkeiten hast du noch?

Diese Fragen können ganz am Anfang deiner Liste stehen. Dir fallen sicherlich noch andere Fragen ein. Wichtig ist, das Thema benennen. GIB DEM KIND EINEN NAMEN. Fokussiere dich auf die quälendste Frage in deinem Kopf, in deinem Herzen. Welche Frage möchtest du im neuen Jahr angehen?

Zweiter Schritt – lasse dein Mindset, deine Ideen wachsen

Wie kannst du es besser machen?

Wo kannst du noch mehr Informationen finden, um deinem Ziel näher zu kommen?

Wen kannst du fragen?

Mein absolutes Lieblingsinstrument ist das Brainstormen mit Gleichgesinnten z.B. in einer Intervisionsgruppe, mit Kollegen oder Freunden. Keine Scheu. Sie sind deine Vertrauten und sollten alle Fragen, die du hast, auch wahrheitsgemäß beantworten.

Das reicht dir noch nicht? Gut. Dann suche dir eine Plattform mit fremden Gleichgesinnten. Eine Meetup-Gruppe ist über Social Media schnell gegründet. Dort kann man seine Fragen ungeniert stellen – auch solche, die du dich sonst nicht traust zu stellen. Du wirst ganz sicher neue Ideen und neue Energie aus diesen Treffen ziehen. Deine Fragen werden beantwortet und du hast neues Material, um den nächsten Schritt zu gehen.

Dritter Schritt – dein Ziel definieren

Welches Ziel definierst du für dich?

Was ist dein Plan?

Wie kannst du ihn umsetzen?

Mache dir Notizen und erstelle vielleicht sogar eine Mindmap, um einfach abzuspeichern, was passt und was nicht, was du dir vornimmst und was deine Schritte sind. Ich persönlich schwärme immer wieder von Pro- und Kontra Listen. Sie sind schnell gemacht. Sie sind der Vorläufer von den Mindmaps und helfen dabei herauszufinden, welches Ziel ganz oben stehen sollte. Visualisiere dein Ziel.

Ich kann dir schon gratulieren, wenn du bis hierher gekommen bist, dann hast du sehr viel erreicht. Nur Mut. Mach weiter so.

Deine Fragen sind beantwortet? Die wichtigsten Punkte sind aufgelistet und der Plan steht? Dann ist der theoretische Teil hiermit erledigt und du bist bereit in die Testphase, Schritt vier, einzutreten.

Vierter Schritt – Feedback einholen, die Betatestphase

Was benötigst du noch, um deine Ziele zu erreichen?

Wie kannst du deinen Plan umsetzen?

Du hast deine Kollegen oder Freunde eingeweiht oder nette Kontakte in der Meetup-Gruppe aufgetan? Jetzt ist der richtige Moment, um diese Kontakte nach Feedback zu fragen. Deine Gruppe oder deine Kollegen helfen dir bei der Erprobung deines aufgestellten Plans. Die Betatestphase ist enorm wichtig, um kleine Stolpersteine vorab zu erkennen und gleich auszubessern. Außerdem wird dir das Lob deiner Freunde den nötigen Aufschwung für den letzten Schritt geben. Und weil du unbedingt zu einer Lösung kommen willst und wie auf heißen Kohlen das Ergebnis herbeisehnst, bist du bei Schritt fünf angekommen.

Fünfter Schritt – komme ins TUN

Was hält mich jetzt noch ab?

Ich beantworte dir die Frage gerne: Nichts hält dich ab, nur du selbst. Komme ins Tun. Halte dich nicht ab. Mache Fehler und lerne daraus.
Einfacher gesagt als getan? Nein. Es ist so einfach wie es sich anhört.
Es gibt kein Geheimnis. Ich kann dir versprechen, du wirst die Lösung finden, wenn du deine Gedanken teilst, deine Ideen umsetzt und vielleicht auch mal scheiterst. Du kannst nicht wissen, ob alles funktioniert, nur wenn du es im Kopf durchspielst. Sollte dein erster Plan nicht funktionieren, kannst du jederzeit eine Zwischenschleife einbauen: noch mal dein Ziel hinterfragen, am Plan schrauben oder neues Feedback einholen. Es gibt hunderte Bücher über das Thema „Umdenken“, Podcasts und Foren. Aber nur du hast den Schlüssel für dein persönliches Ziel. Alle Fragen können mit diesen fünf kleinen Schritten beantwortet werden.

Der Mindset-Shift ist eine Denkweise, die du üben kannst und die mit jedem Mal, mit jeder Frage etwas leichter wird. Sie kann dir helfen, den Alltagstrott zu hinterfragen und neue Möglichkeiten zu schaffen, Blockaden im Kopf auszuschalten und neue Perspektiven aufzuzeigen. Das fühlt sich frei an. Wenn ich die Tage auf der Couch ausklingen lasse, dann spüre ich diesem Gefühl nach. Du kannst das auch, mit Mut und Enthusiasmus.

Weltherrschaft

Es ist an der Zeit, ich muss mich diesen nervenden Menschenmassen stellen. Muss mich in die Mengen wagen. Daher habe ich mich jetzt zum Elternbeiratsmitglied wählen lassen.
Ich werde ab sofort im Auge des Sturmes sitzen und genauestens Bescheid wissen über schulische Aktivitäten jeglicher Art.
Mein Mann meinte, der Weg zur Weltherrschaft sei jetzt geebnet.

Sehr gut. Ich setze meinen Plan bereits bei der Zukunft der Menschheit um. Bei den Kindern! Sie werden nach meinem Belieben geformt und verändert. Sie werden meinem Willen gehorchen.

Ich werde jäh von dieser Idee unterbrochen, als mein pubertierendes Kind mich anbrüllt, weil ihre Wäsche nicht gewaschen ist. Schon ändert sich die Haltung von Weltherrschaft in Putze.

Ich buckel vor dem Kind und wasche Wäsche. Hilft ja nix, nackt kann sie ja nicht herumrennen. Selbst wenn ich ihr das androhen würde, würde mich ihr Zorn dreimal so stark treffen. Nein. Das kann ich nicht riskieren.

Ich habe gehört, dass die Pubertät dazu dient, das Band zwischen Mutter und Tochter zu lockern. Es soll sich etwas fremd anfühlen damit man später, nach der Pubertät, wieder enger zusammen rücken kann.

Wir werden sehen. Zurück zur Weltherrschaft.
Ich plane sie bei einer Tasse Kaffee in der Küche am Tisch. Die Katzen schleichen um die Füße und ich denke gerade an einen Bondbösewicht, der eine weisse Katze streichelt und diabolisch lacht.
Ich versuche die dicke Katze zu greifen und es dem Bösewicht gleich zu tun. Aber die Dicke räkelt sich und statt Gelächter habe ich Haare im Mund. Super.

Ich stehe auf und nehme die Tasse Kaffee um mir bei Netflix ein paar Ideen zur Weltherrschaft abzuschauen. Aber eigentlich wird bei den Serien mein Hass auf die Menschheit nur noch mehr geschürt.
Tod und Verderben springen mir entgegen. Verrat und Selbsthass.
Im Grunde zerstört sich die Menschheit doch selber, wozu also diese untergehende Spezies hassen? Es erledigt sich doch von allein. Aber wozu dann die Weltherrschaft anstreben, wozu dann meine Ideen auf andere überstülpen. Soviel besser sind meine Ideen jetzt auch wieder nicht. Vielleicht reicht es erstmal im Elternbeirat zu sein? Vielleicht kann ich dort den einen oder anderen bewegen?!

Ich gehe mit meiner Tasse Kaffee zum Kind ins Zimmer, sie spielt am Tablet. Ich setze mich zu ihr, küsse ihre Stirn.
Wir sitzen auf ihrem Bett bis sie mich irgendwann fragt, was ich eigentlich will und schickt mich mit schroffem Ton raus.
Weltherrschaft klingt auf einmal doch wieder gut. 🙂

unverplant

Wie kam es dazu, dass ich das Wochenende nicht verplant hatte?
Es war einfach frei. Ich hatte es übersehen. Zu kurzfristig um noch jmd. einzuladen oder einen Trip zu planen.
Ich glaube es war ein Versehen, oder ein Geschenk?
Ich muss dazu sagen, dass ich selten ein ungewollt freies Wochenende habe.
In der Regel plane ich drei Monate im voraus. Freizeitaktivitäten, Verplfichtungen, Kurztripps.
Klingt es nach Zwang? Nein, es bedeutet Sicherheit. Für mich und meine Familie.
Was passiert, wenn ich etwas nicht plane? Etwas, was ich nicht vorhersehe. Ich kann, auch wenn es anders klingt, flexibel reagieren. Das muss heutzutage einfach drin sein. Ich kann sogar auf Dramen und epische Veränderungen reagieren. Im Kopf habe ich alles durchgespielt. Ob Zombieapokalypse oder einen vergessenen Geburtstag. Schlimm? Nein – sicher.
Mir hilft es, wenn ich zumindest einen Hauch von Sicherheit spüre. Ob es wirklich alles so passiert, wie ich es in meinem Kopf durchgespielt habe, sei dahingestellt.
Es gibt sogar Netflix Serien, die über das „Prepping“ berichten. Nicht das ich mich daran beteilige. Es ist nur in meinem Kopf.
Bei Facebook gab es einen Test wie lange man eine Zombieapokalypse überleben würde, ich hätte ganze 12 Minuten überlebt. Immerhin. Es lag nur daran, weil ich nicht rennen kann und totstellen ist anscheinend keine Option.
Aber eines ist klar, das unverplante Wochenende hat mich eiskalt erwischt. Vielleicht kann ich doch nicht so flexibel reagieren, wie gedacht?
Was tut man mit dieser vielen Freizeit? Fernseh schauen? Ja, auch. Lesen? vielleicht. Schreiben? Nur ein wenig.
Also rausgehen ist ebenfalls keine Option. Zu bäh.
Sport? Niemals!
Am Ende lag ich lange im Bett und habe Schnupfen bekommen.
Hat mich das Kopfzerbrechen über diese freie Zeit krank gemacht?
Ich hoffe nicht. Es war einfach an der Zeit diese Pause zu haben. Mein Körper wollte diese Pause. Genutzt habe ich sie. Ich lag im Bett, die dicke Katze neben mir. Schlief genauso fest wie ich.
Putzte sich. Weinte kurz als sie wach wurde. Das tut sie von Zeit zu Zeit, aufwachen, weinen, wieder einschlafen. Ich weiss nicht warum sie das macht, aber es ist manchmal verstörend. Für sie. Für uns auch.
Sicherheit bedeutet nicht für jeden das selbe wie für mich. Ich plane. Andere schließen die Tür vier mal ab oder kopieren den Reisepass.
Am Ende war es aber egal. Ich habe geschlafen. Also war ich sicher. Sicher, dass all die Planung mir diese Zeit zum Schlafen nicht gegeben hätte. Doch ein Geschenk, dieses unverplante Wochenende?!
Wie machen das Menschen, die nicht planen? Gibt es Menschen die nicht planen? Die werden doch nicht einfach auf Zufälle warten? Oder doch?
So was bringt mich ja völlig aus dem Konzept. Zumindest ein grober fünf Jahresplan sollte doch stehen. 😉

Achim

Das ist der Mann im Bild. Die Kinder und seine Frau komplettieren das Foto. Achim hat grad seinen Job gekündigt und findet das ziemlich gut. Es geht ihm sehr gut, sagt er. Er sieht auch weiser aus als früher, finde ich. Ich kenne ihn von einem Job. Uns beide hat dieser Job aufgerieben. Mich persönlich hat er aber auch geformt, gefördert und gefordert. Achim lernte dort einen Menschen kennen, der durch viele Gespräche Achims Gespür für die Welt verändert hat.

Als wir uns zum Eis essen letzte Woche getroffen haben, wusste ich nicht genau was mich erwartet. Achim geht einen Weg, der nichts für mich wäre, aber ich respektiere ihn sehr für diese Entscheidung.

Achim ist mit seiner Frau in Deutschland unterwegs, um eine Gemeinschaft zu finden, in der er und seine Familie leben kann. Wo seine Kinder barfuß laufen und Hühner füttern können. Seine Frau ist ernährungstechnisch ziemlich “Rock’n’Roll“. Nordischroh heißt ihr Blog. Schaut da unbedingt mal rein. Das heisst, für den Job sind sie nicht an einen Ort gebunden. Digitale Nomaden sozusagen. Übrigens durfte ich mal eine vegane Süßigkeit probieren. Ich, als alter Schokoladenliebhaber, war schwer zu überzeugen, aber es war der Hammer. Dennoch nicht meine Ernährung. Also nicht vollumfänglich.

Aber ich wollte über unser Gespräch berichten. Wir haben über seine Schritte in die (finanzielle) Unabhängigkeit gesprochen. Wir haben über das Bloggerleben philosophiert. Ich steh‘ da ja noch ganz am Anfang, Achim und seine Frau sind da mega alte Hasen. Dann kam das Thema Ernährung dran. Ich erzählte ihm, dass ich beschmunzelt werde, wenn ich meine Algen und Heilpilze vorsortiere, damit ich jeden Tag die richtige Dosis bekomme. Achim schmunzelte nicht. Er packte erstmal eine lange Liste an Präparaten auf den Tisch, die er zu sich nimmt. Warum? Weil man einfach nicht gesund leben kann ohne gewisse “Zusatzstoffe“. Er hat mich völlig ernst angeschaut und über Menschen berichtet, die mit einer gewissen Kombination an Stoffen, ihre zum Teil schweren Krankheiten, ein wenig erträglicher machten. Ich konnte nur nicken und ihm versichern, dass ich meine Ernährung ernst nehme. Aber eben nur ich, nicht meine Familie. Das Problem hat Achim nicht. Er und seine Frau ernähren sich vegan und (oder auch) von Rohkost. Ihre Kinder aber dürfen frei entscheiden, was sie essen möchten.

Kurz noch zum Eis essen. Eigentlich hat Achim die ersten fünf Minuten nicht reden können, weil er sich das vegane Schokoeis in den Mund geschoben hatte. Er grummelte vor sich hin, wie geil das Eis ist. Es klang so, als ob er schon echt lange kein Eis mehr gegessen hatte. Ich auch nicht, bestimmt eine Woche lang nicht. 😉

Wir haben über Seelenfrieden gesprochen, über Bücher die wir noch lesen wollen und das Gefühl frei zu sein. Frei von Mieten. Frei von Zwängen. Frei von Schuld.

Wir beide realisieren das mit Coaches. Wie so oft, komme ich hier wieder darauf zurück, dass es ohne Hilfe nicht geht. Keiner kann alleine alles überblicken. Ich bin froh, wenn ich Themen hinterfragen kann und eine andere Meinung dazu erhalte. Ich bin froh, dass ich jemanden gefunden habe, der mir helfen kann. Es ist nichts verwerfliches daran, eine geschulte Person in seinem Leben zu haben, die mit ihrem Know-how berät.

Achim arbeitet noch weiter an sich. Ich denke er ist auf einem sehr guten Weg. Wir werden sicherlich noch mal Eis essen. Ich finde die Sehnsucht nach dem richtigen Weg großartig. Ich finde das Beschreiten noch viel mutiger. Ich wünsche jedem diesen Mut. Man ist nie zu alt oder zu jung dafür, das Richtige für sich zu wollen.

Wir fanden das Gespräch übrigens richtig genial. Es wird definitiv ein weiteres Treffen geben, vielleicht sogar mit Folgeterminen mit zukünftigen gemeinsamen Themen?! Wer weiss…. Achim und seine Frau geben Kurse zum Thema Rohkost, Ernährung und gesundes Leben. Es ist gar nicht so schwer das Richtige zu machen.

 

 

 

 

 

Allein.Allein.

Früher konnte ich nicht alleine sein. Also nicht lange. Ich hatte immer Freunde um mich herum. War selten Single und immer auf Achse.

Mittlerweile finde ich das Alleinsein aber sehr attraktiv. Es lächelt mir charmant zu und fordert mich auf ein wenig zu verweilen. Alleine. Mit mir und meinen Gedanken.

Vorteil: Man kann seine Gedanken sortieren. Aussortieren. Umsortieren. Vergessen. Prioritäten setzen. Ziele neu vereinbaren. Ziele verwerfen. Auf das Geleistete zurückblicken.

Nachteil: Man sortiert seine Gedanken neu. Man sortiert nicht aus, sondern verweilt in Erinnerungen und die Ziele, die man nicht erreicht hat, wirft man sich als Scheitern vor.

Ich nutze das Gespräch mit mir als Anhaltspunkt. Als Ausgangssituation.

Als meine “Ich-Zeit“.

Die Ideen, die dann kommen und gehen werden von mir bearbeitet, sortiert und priorisiert. Ich nutze diese Zeit ausschließlich für mich und meine Gedanken. Ich hatte anfangs Angst davor, aber es ist nichts schlimmes passiert. Na ja ein kleines Gefühlschaos gab es schon hin und wieder, aber das befürchtete schwarze Loch blieb aus.

Wie messe ich es? Ich teile meine Gedanken mit anderen. Ich warte auf die Reaktion und verbuche das dann für mich als Erfolg. Oder Misserfolg. Je nach dem. Dann bin ich zwar nicht mehr allein. Aber den Anfang bin ich alleine gegangen. Ich würde nie auf meine “Ich-Zeit“ verzichten wollen. Es ist wie eine kleine MaFo (Marktforschung) Einheit. Ich habe die Ideen und Familie und Freunde dürfen drauf los diskutieren. Ich sage dabei aber nie, ob es jetzt um etwas ging was “weg“ soll oder “bleiben“ darf. Ich warte die Reaktionen einfach ab.

Manchmal ist nach so einer MaFo Einheit der Wunsch nach dem Alleine sein wieder groß. Dann kann ich auch wieder alleine sein.

Manchmal bekomme ich ein mulmiges Gefühl, wenn mein Kopf sagt,  bleib länger allein. Ich will nicht weglaufen, nur sortieren. Und ich brauche Leute um mich herum, um gute Entscheidungen zu treffen. Ganz einfach. Niemand muss alleine sein. Schon gar nicht einsam.

Das ist ein Unterschied. Ich freue mich schon auf meine nächste “Ich-Zeit“. Ich habe wieder viel zu sortieren. Kleiner Tipp: es sortiert sich mit Listen auch super. Pro und Contra ist da ja sehr beliebt. Aber es sollten nicht, aufgrund einer Liste, schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden, da lohnt es sich immer einen Fachmann hinzu zu ziehen. Aber als Grundlage dient es alle mal. Probiert es aus, grad die Entscheidungsunfreudigen unter euch werden Vorteile erkennen. 😉

 

 

 

 

 

 

müde

Manchmal ist diese Müdigkeit kaum zu ertragen. Sie ist ständiger Begleiter. Den ganzen Tag über. Die Nächte sind zu kurz trotz tiefer Schlafphasen. Irgendwann hüllt sich der Kopf in ein lautes, weißes Rauschen. Die Augen schauen durch einen feinen Nebel in den Tag. Der Zustand ist nicht schmerzhaft, nur ein wenig befremdlich. Fatiguesyndrom könnte man es nennen. Aber nur weil es einen Namen hat, macht es die Sache nicht erträglicher.

Ich habe kein Fatiguesyndrom. Ich kann nur grad nicht geradeausdenken. Das wird sich legen, vor allem wenn man bereits erwähnte Tipps befolgt. Und ja, ich muss es auch tun. Übrigens wie weit seid ihr mit den Glaubenssätzen? Nein, ich habe es nicht vergessen.

Meine Favoriten sind derzeit: Ich bin ganz entspannt UND Ich bleibe ruhig.

Brauche ich tatsächlich öfter am Tag und hilft. Bei euch auch?

Aber leider ist der Terminkalender so voll, dass der Schlaf viel zu kurz kommt. Aber noch ist mein Körper kein “Totalausfall“.

Noch geht es irgendwie. Trotz dichter werdendem Nebel vor den Augen und leichtes “betrunkenes“ Dasein hin und wieder. Aber das finde ich gar nicht so schlimm. 😉 Das weisse Rauschen hingegen verschlingt schon einige Gefühle. Das möchte ich gerne beheben. Heisst aber mehr Pausen, runterkommen und entspannen. Dann weiss ich ja was ich zu tun habe.

Gute Nacht.

 

 

 

 

 

Berufung!

Meine Mutter fragt mich bei jedem Jobwechsel ob ich denn jetzt den Job gefunden hätte, zu dem ich mich berufen fühle.

Ich sage fleissig ja. Aber das stimmt nicht. (Sorry Mutti) Ich suche nach der Berufung. Irgendjemand wichtiges hat mal gesagt, wenn du den Job schlechthin gefunden hast, dann brauchst du keinen Tag mehr arbeiten. Danke für den Hinweis. Irgendwie ist danach suchen ja auch wie Berufung. Stehe ich eventuell nicht auf der Seite der Personaler mit dieser Sichtweise. Aber gut.
Es gibt Sachen die ich echt gut kann und dann gibt es Sachen die ich nicht gut kann. Im Kopf Mehrwertsteuer ausrechnen kann ich nicht. Aber satten Rabatt für Handtaschen kann ich rausschlagen.

Ich kann Menschen und Situationen gut einschätzen. Am liebsten Menschen in Situationen. “Nur“ Menschen ist auch schwierig.
Aber in Situationen den bestmöglichen Ausgang herbeiführen ist meine Gabe.

Im Vordergrund steht ja immer das Individuum. Aber das alleine kann ja noch nicht viel. Erst wenn es interagiert kann es Berge versetzen. Man braucht immer mehr als einen um das Bestmögliche zu erreichen. Immer. Ich meine, schlaue Bücher lesen ist schon ein Anfang, aber irgendwer hat diese schlauen Bücher ja auch geschrieben. Also schon mal wieder mehr als einer.

Ich finde es gut zu beobachten wie Menschen in Gruppen agieren. Es ist wahnsinnig faszinierend. Jeder möchte sich als Individuum am besten positionieren, aber das geht eben nicht ohne Interaktion mit den Anderen. Irgendwann kenne ich das Geheimnis, den besten Weg, wie man in einer Gruppe „überlebt“ ohne anzuecken und ohne sich selbst aufgeben zu müssen. Ich arbeite da schon länger dran, aber es wird einen Weg geben und ich werde ihn euch verraten.

Bis dahin empfehle ich euch, auch den Spaß daran zu entdecken, „Gruppen“ zu analysieren. Dann ist es auch leichter die Kompromisse zu akzeptieren. 🙂

 

 

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