Tinderwonderland

Mit fast 40 hat es auch mich erwischt, das Dating-App-Fieber. Zugegeben, neugierig war ich schon. Deshalb kurz entschlossen eine App installiert und auf das Wunder gehofft. Auch wenn mir nicht klar war, was ich genau erwartet habe oder was mich erwartet, bin ich mutig losgestürmt. Trotz Links-Rechts-Schwäche habe ich das Prinzip schnell erkannt. Nach einiger Zeit fühlte es sich wie ein Spiel an. Es war ja auch spielend leicht zu bedienen. Die Männer, die mir angezeigt wurden, haben sich zum Besten gegeben.

Was ich erwartet habe:

Ein Portrait, einen Steckbrief, Humor, Sexappeal und vielleicht noch das Foto vom Haustier.

Was ich bekommen habe:

Verschwommene Aufnahmen von Gesichtern, die aus ca. 2 cm Entfernung aufgenommen wurden, nackte Haut, Strandbilder, Autobilder, Motorradbilder, witzige oder sexistische Sprüche, keinen Steckbrief – oder aber die eindeutige Aufforderung für ONS (One-Night-Stands) oder die gepflegte Affäre.

Da ich ganz offen an diese Sache herangegangen bin, habe ich die Jungs auch einfach links (zwinker) liegen gelassen, sollen sie sich doch austoben. Ob die Ehefrau tatsächlich diese Sache gutheißt, kann ja sein. War mir aber auch egal. Ich habe mich auf keinen Typ Mann festgelegt. Ok, eindeutig mehr Männer mit Bart waren dabei. Mag ich eben. Die Größe war mir auch egal. Der Job war mir egal und auch ob Hund oder Katze. Auch wenn es Kinder, gerne als Altlasten bezeichnet, gibt, bin ich offen auf die Männerwelt zu gerannt. Ja, rennen kann man es nennen. Ich war vielseitig interessiert. Es waren sogar unglaublich tolle Männer mit dabei. Es gibt sie also noch. 🙂

Es waren aber auch Männer mit dabei, die mich angepöbelt haben oder die meinen Vornamen zu ostdeutsch fanden oder die auf einer Wellenlänge mit mir lagen, mich unglaublich attraktiv fanden, ihr Glück kaum fassen konnten und mich versetzt haben.

Letztendlich fühlt es sich wie ein großer Sozialversuch an. Die menschliche (männliche) Psyche unter die Lupe genommen. Ich habe Altlasten, die habe ich sogar ziemlich gerne. Ich habe mich nicht festgelegt. Ich weiß aber was ich nicht will. Letztendlich haben sich diese Männer mit einem Ziel bei solchen Dating-Apps angemeldet. Egal wie dieses Ziel aussehen mag. Mädels, an euch liegt es schnell zu erkennen, welchen Typ Mann ihr vor euch habt. Ich kann mittlerweile bestätigen, dass wenn der Typ schon aussieht wie ein Schlitzohr, er auch eines ist.

Ich mag Männer nach wie vor, aber bilde mir sicher nicht ein, dass ich sie verstehe. Ich habe tolle Dates gehabt, unglaublich warmherzige Menschen kennengelernt. Ich habe mir gerne ihre Wünsche und Werte angehört. Aber ich habe auch erkannt, dass erst ich wissen muss was ich will, damit es klappt. Nur zu wissen was man nicht will, reicht zwar für eine schnelle Bauchentscheidung, dauert aber bedeutend länger, als zu bekommen, was man will.

Auch ich bin nicht frei von Fehlern und falls ich den Herren zu viel Hoffnung gemacht habe, tut es mir leid. Jungs, entschuldigt bitte! Ich bin auch nur ein Mensch.

Ich bin dankbar für jede einzelne Erfahrung in den letzten Wochen. Ich habe meine Komfortzone verlassen, war mutig und naiv und manchmal auch echt dumm. Aber ich vermisse diese Erfahrungen nicht, im Gegenteil. Es gibt sicherlich Menschen, die darauf gut verzichten können sich im digitalen Zeitalter der gesamten Öffentlichkeit verletzlich und offen zu zeigen.

Auch ich habe nur bedingt Details von mir preisgegeben. Aus Angst verletzt zu werden. Das geht den Männern sicherlich genauso. Aber alles was ich gesagt und gezeigt habe, habe ich frei heraus getan und würde es immer wieder so tun. Das bin eben ich. Zumindest ein kleiner Teil, den ich gerne bereit bin zu zeigen.

Ob ich die große Liebe finden werden, weiß ich nicht. Ob es jemals wieder so etwas wie Liebe geben wird in meinem Leben, weiß ich auch nicht. Aber nichts tun und hoffen sie findet mich von alleine – auf keinen Fall.

Also die Damen, seit mutig, seit frech und liebreizend. Haut die Männerwelt um und passt dabei verdammte Scheiße auf euch auf.

Entschuldigung?!

Jetzt kommt wieder ein kurzer aber deftiger Beitrag. Entschuldigung?! “Bauer sucht Frau Paar kämpft…“ Und was ist mit mir? Können meine Probleme nicht auch mal in der Presse sein?
Es ist nämlich so, dass meine Probleme scheinbar auch die Probleme von Anderen sind. Komisch. Die fühlen sich schon ziemlich “eigen“ an.

Ich bin ja dabei was über Konflikte zu lernen. Also bis jetzt hat es sich in mein Gehirn gebrannt, dass jeder welche hat und sie immer da sind.
Ich kann also schon mal pauschal sagen, dass ich die Konfliktsituation kenne, in der ihr euch befindet. 🙂

Für mich ist quasi mein Alltag die “Petrischale“ und die Menschen sind die “Proben“. Mal schauen was sich daraus entwickelt?!

Und immer wieder möchte ich in den Raum schreien:“Entschuldigung?!“

Weil ich nämlich nicht glauben kann was ich sehe und höre. Da entwickelt sich etwas in meiner Petrischale was womöglich die neueste Seuche ist. Da muss ich gegenwirken und mich mal kurz entschuldigen.

Was heißt eigentlich „Alltagsspagat“?

Der Wunsch etwas Eigenes zu machen beflügelt mich enorm. Es löst ein Glücksgefühl in mir aus. Es ist ebenso extrem befriedigend zu sehen was man selbst geschaffen hat. Ich mag es, mir darüber Gedanken zu machen. Ich mag es, diese Gedanken aufzuschreiben und anderen mitzuteilen. Ich empfinde auch die Unterhaltungen, die daraus resultieren ungemein euphorisierend. Nach so einer guten Unterhaltung hat man immer das Gefühl etwas erledigt zu haben. Man geht mit einem guten Gefühl nach Hause und freut sich auf die nächsten Gespräche, die konstruktiv und inspirierend sind. Geht es euch genauso? Zieht ihr aus guten Gesprächen Energie? Wenn ja, dann unterhaltet Euch was das Zeug hält. Beflügelt eure Umwelt – euch.

Ich habe aus zahlreichen Gesprächen, jedes Mal den Wunsch nach etwas Veränderung herausgehört oder aber die Angst, die einen lähmt etwas Neues zu wagen.

Aber es ist nicht das Eine oder das Andere. Es ist nicht schwarz oder weiß. Es ist der Spagat zwischen beidem. Zwischen normal und verrückt. Zwischen Freude und Ernst.

Wenn ihr euch nicht hinterfragt, tut es keiner. Ist das der Weg, den ihr gehen wollt? Habt ihr all das schon gemacht, was ihr machen wolltet? Wie erreicht man mit dem was man hat, alles was man will? Man muss nur wollen, dann kann man alles erreichen.

Ich helfe euch gerne auf diesem Weg. Meistens ist ein konstruktives Gespräch zwischen zwei Erwachsenen (fast immer erwachsen ;)) sinnvoll um Ziele auszuloten. Wo soll es denn hingehen? Ist es nicht schon gut so wie es ist? Was will man eigentlich wirklich?

Also ist der Alltagsspagat die Brücke zwischen den „Extremen“. Die Kunst alles zu meistern. Fehlt euch Struktur? Ich kann euch helfen Strukturen zu entdecken und bei zu behalten. Es gibt für jedes Hindernis die Wegbeschreibung es zu meistern.

 

 

%d Bloggern gefällt das: