Hallo?!

Auf der Suche nach Zweisamkeit vernachlässigt man schnell die Suche nach sich selbst. Bedauert. Trauert. Stagniert.

Endet eure Suche nach euch selbst auch oft in Tränen? Frage für einen Freund…

Nachdem ich aus freien Stücken und besten Wissen und Gewissen Entscheidungen getroffen habe, ist meine Suche nach etwas Anderem nicht befriedigt. Sei es beruflich oder privat. Immer wieder stelle ich mir die Frage, war es das schon? Zugegeben, dass habe ich auch schon vor 2 Jahren gefragt und scheinbar die Antwort, die ich erhielt, nicht als zufriedenstellend bewertet. Suche ich scheinbar immer noch. Aber wonach? Das Gold am Ende des Regenbogens? Ein Abenteuer? Versuchung? Laster? Frieden? Egal was es ist, ich habe es scheinbar nicht gefunden.

Philosophisch betrachtet beginnt die Suche in mir. Heißt also, in mir ist irgendwas verschwunden oder einfach nicht da? Heißt dass, ich bin nicht komplett? Fehlen mir Tassen im Schrank? Durchaus berechtigte Fragen, finde ich. Suchen eigentlich nur wir Frauen nach dem großen Ganzen oder geht das auch Männern so? Ich bitte um Antwort.

Ich für meinen Teil, kann mit Gewissheit sagen, dass die Suche nach Etwas oder Jemandem enorm anstrengend ist. Kräftezehrend und unaufhaltsam. Betrachtet man es genau, sind es nur Details die fehlen. Kleine Puzzlestücke. Ist es schlimm, diese Puzzlestücke zu suchen? Ich meine, wie sieht denn so ein unfertiges Puzzle bitte aus? Unschön, finde ich. Oder entscheidet man sich einfach das fehlende Puzzlestück wegzulassen? Es ist dann eben unfertig. Das Motiv mag ja erkennbar sein… Alles Annahmen und Spekulationen. Muss man vielleicht doch einfach nur akzeptieren, dass die Suche nach Vollendung auch nur der Schrei nach Perfektion ist. Und wir alle wissen, dass es Perfektion nicht gibt (unsere Kinder sind davon ausgenommen, die sind perfekt so wie sie sind). Das Streben nach Perfektion soll laut Psychologen auch völliger Irrsinn sein. Zerstört man sich auf dem Weg dahin doch fast ganz und gar.

Gut, also Perfektion ist es dann doch nicht, was ich anstrebe. Dann suche ich eben das Tüpfelchen auf dem i. Vielleicht hilft es einmal aufzulisten, was man nicht schon alles erreicht hat. Hallo?! Das ist eine ganze Menge bei mir. Ok, aus dieser Sicht ist es alles gar nicht mehr so dramatisch. Man darf nicht aus den Augen verlieren was man bereits erreicht hat und wofür man dankbar ist. Ich glaube eine tägliche Wiederholung dieser Dinge könnte helfen. Und mal ganz ehrlich, so ein Abend auf der Couch mit Netflix für sich allein hat schon seine Vorzüge. Wenn es nicht jeden Abend so ist und man auch mal geistreiche Gespräche führen kann. Außerhalb des eigenen Kopfes. Das wäre doch schon mal was. Die Gedanken lasse ich hier so stehen. Ich muss jetzt weiter auf Netflix meine derzeitige Lieblingsserie verfolgen.

Mein Leben in einem Wort

Alltagsspagat, trifft es immer noch. Nach den Jahren ist es das am passendste Wort geblieben. Die Umstände haben sich geändert, aber der Inhalt ist geblieben. Ich hinterfrage nicht mehr so viel, ich akzeptiere mehr und lebe im Moment. Immerhin das hat sich geändert. Ich plane weniger. Bin trotzdem noch gut organisiert. Die Lethargie ist gewichen, die Akzeptanz ist da. Auch ein gutes Gefühl. Ich trauere nichts mehr hinterher. Ich freue mich über kleine Sachen. Laut Selbsthilfebüchern, ist es das Ziel, welches ich jetzt erreicht habe. Es fühlt sich aber nicht so an. Es ist zwar schön, so wie es ist, aber die Ambitionen sind gewichen und der Alltag ist da, zwar ein anderer als noch vor zwei Jahren, aber Alltag eben.

Wenn es das jetzt ist, bin ich mal gespannt wie lange ich mich in diesem Alltag wohl fühle.

Es gibt Sachen, die ich durch Training verbessert habe. Zum Beispiel; wie schlafe ich von Sonntag auf Montag gut.

Tipp von mir. Vier Mal tief ein-und ausatmen. Und immer fragen, was hält mich ab vom Einschlafen und kann ich es um diese Zeit aus meinem Bett heraus ändern? Meist ist die Antwort nein, also ist die beste Option schlafen. Eine Einkaufsliste kann man immer noch am nächsten Morgen schreiben. Auch die Wäsche lässt sich einen Tag später waschen. Und den Konflikt mit der Kollegin von letzter Woche, kann ich am Sonntagabend aus dem Bett heraus ebenfalls nicht lösen. Keinen Konflikt kann man alleine lösen, also warum Gedanken dazu machen.

Nach wie vor helfen mir Todo Listen, um besser Projekte zu realisieren. Kleine Ziele, größere Machbarkeit, schneller Erfolg. Es muss nie kompliziert sein. Es geht einfach und auch erst am nächsten Morgen. Übrigens von der „goldenen Stunde“ am Morgen halte ich gar nix. Wenn ich meinen Tag nicht so aufteilen kann, dass ich nicht mal eine Stunde für mich habe, dann habe ich ein schlechtes Zeitmanagement und falsche Prioritäten gesetzt. Auch das ist ganz einfach. Nicht jammern, dass man das alles nicht schafft, weil alles zu viel ist. Nein, Prios überdenken und Freiräume schaffen. Und natürlich fällt dann mal was vom Tisch. Aber das macht gutes Zeitmanagement aus. Was vom Tisch fällt, war vielleicht gar nicht wichtig. Muss es dann überhaupt einen Platz im Leben haben? Oft, ist auch hier die Antwort nein. Immer fragen, was tut mir gut und was nicht. Fragt euch das ruhig öfter. Ihr werdet überrascht sein, wie viele Dinge und Sachen keinen Platz in eurem Leben brauchen. Und wenn ihr an eure Grenzen stoßt, fragt nach Hilfe. Das habe ich auch getan. Sachen sortieren muss man nicht alleine machen, bei einem Kaffee und Schokolade klappt das auch super mit einer Freundin zusammen. Die Arbeit ist dann nur halb so stressig und man teilt innige Momente mit einer guten Seele.

Ich muss tatsächlich sagen, dass mir selten Sachen vom Tisch fallen. Auch darauf bin ich stolz. Braucht ihr Hilfe bei etwas? Fragt auch gerne mich. Zeitmanagement und Todo Listen sind meine Stärken. Genauso wie innere Konflikte lösen. 🙂

Tja nun…

Auch ich möchte mein 2020 abschließen. Beenden und Haken dran.

Ich habe genau wie all die anderen um mich herum mit den Konsequenzen der Pandemie leben müssen. Genau wie all die anderen habe ich mich an Vorgaben gehalten. Arbeit, Einkauf, nach Hause….repeat.

Aber so war mein Leben schon vorher. Ich fühle mich deswegen nicht als Held. Ich habe schon vorher den Kontakt zu Menschenmassen minimiert und lieber nur mit meinen engsten Mitmenschen die Tage verbracht. Auch das Desinfektionsmittel stand schon Jahre vorher auf meinem Tisch im Büro. Gut, die Maske ist neu, aber endlich kein Schminken mehr und wenn man Pickel hatte, konnte man die gut verstecken. Also, passt.

Das Atmen durch die Maske fiel mir schwer, aber ich fühlte mich sicherer. Ich fand auch, dass es manchmal etwas geheimnisvolles hatte, wenn nur die Augen zu sehen waren. Aber ok, ich war dann schon überrascht, wie die Kinnpartie des mir Gegenüber dann aussah. Gehörte aber in 2020 dazu.

Ich bin umgezogen, vielmehr ausgezogen. In Pandemiezeiten zwar möglich, aber Anschließen von Waschmaschinen ging dann schon mal nicht. Zum Glück hatten zu der Zeit noch Baumärkte offen, meine 2. liebste Beschäftigung in der Zeit. Mit Warteschlange!

Meine eigenen vier Wände bewohnen. Alles selber zu gestalten. Das erleichterte mir einiges. Ich mag meine neue Wohnung, mein sicherer Hafen. Den, den ich hatte, habe ich verlassen, um in einen neuen Hafen einzukehren. Einen neuen Anker zu werfen.

Es war schwer und mühsam. Aber ich wollte es so. Ich hatte alles aufgegeben, was ich in den letzten fast 18 Jahren aufgebaut hatte. Ich wollte ja alles anders machen, meinen eigenen Kopf durchsetzen. Alles alleine entscheiden und dann scheiterte es an Sachen wie Müll raus bringen. Ich hasse Müll rausbringen. Aber auch das musste ich irgendwie machen.

Eine neue Liebe kam daher, wie ein Unwetter überrollte sie mich. Nahm mich voll und ganz ein. Ich habe alles zugelassen, weil Liebe immer das war, was ich geben wollte. Das was noch übrig war von mir, war bereit weiterhin alles zu geben.

Am Heiligabend reichte die Liebe nicht mehr aus und ich war wieder alleine. Mein Weihnachtsgeschenk an mich, war alleine sein. Aber nicht einsam.

Was habe ich also daraus gelernt? Ich muss mich erst selbst lieben bevor ich andere lieben kann. Und das ist leichter gesagt als getan. Was habe ich bis jetzt für mich getan? Fragt euch das bitte auch. Was habt ihr für euch getan? Könnt ihr auch immaterielle Dinge aufzählen? Oder sind es doch nur die Lieblingspralinen, der Lieblingswein und das heiße Bad? Gut, das mit dem heißen Bad ist unglaublich schön, wenn man dann nicht die Lieblingspralinen ins Wasser fallen lässt und den Wein verschüttet. Humor habe ich noch. Und eine schöne Wohnung. Ein wundervolles Pubertier und einen sehr erwachsenen Ex Mann, der weiß, dass das Kind an erster Stelle steht.

Allerdings hatte ich auch eine Liebe, die mir Weihnachten versaut hat, das angebliche Fest der Liebe, welches dieses Jahr für mich, ein Fest der Selbsterkenntnis war. Ich bin dankbar, dass ich trotz alledem noch klar sehen kann. Irgendwann kommt auch das Gefühl von Liebe zurück. Solange bin ich eine gute Mutter und vielleicht eine gute Ex-Frau. 🙂

PS: Am 24.12. war dann auch mein Scheidungstermin im Briefkasten. Perfektes Timing Karma. 🙂

die große Schublade

Im Kopf habe ich mehrere Schubladen. Immer, wenn ich etwas erlebt habe, wird es in eine Schublade sortiert. Dies gilt für so ziemlich alles in meinem Leben. Bei euch auch?

Manche sind schon uralt, andere werden täglich geöffnet und wieder geschlossen. Es gibt auch welche, die sind schon sehr lange zu und sollen es eigentlich auch bleiben.

Nur eine dumpfe Erinnerung, wie ein dichter Nebel steigt in meinem Kopf auf und ein merkwürdiges Gefühl macht sich breit. Das ist dann der Hinweis für mich, dass die Schublade sich öffnen möchte. Dies möchte ich natürlich verhindern und sorge dafür, dass sie geschlossen bleibt.

Je älter ich werde, je mehr Schubladen habe ich im Kopf. Viel erlebt und viel wegsortiert.

Das tut jeder für sich selbst. Es gibt eben nur meine Schubladen, meine Wahrnehmungen und meine Erinnerungen.

Und nein, nur weil man viele Schubladen hat, muss man nicht unbedingt voreilig Neues da hineinstopfen. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Es ist aber einfacher Negatives in eine Schublade zu stopfen als Positives. Ich gehe mal nicht näher darauf ein, warum dies so ist. Das kann sich sicherlich jeder schon selber herleiten. 😉

Aber alle diese Schubladen stehen nun im Kopf herum und verstellen vielleicht auch mal den Weg. Irgendwann ist der Kopf auch mal voll und es passt vielleicht nichts mehr hinein.

Warum also keine große, gemeinsame Schublade aufmachen. Man sagt ja, halbes Leid ist geteiltes Leid. Aber das geht natürlich auch mit positiven Sachen. Freude teilen sollte vorrangig das Ziel sein. Das passt doch alles in so eine große Schublade. Vielleicht sollte man die kleinen Schubladen doch noch mal aufmachen und neu sortiert in die große Schublade packen.

Damit lebt es sich vielleicht einfacher. Außerdem ist so eine große Schublade auch viel praktischer, es passt viel mehr rein.

Wenn der Partner oder die Kinder oder der beste Freund dieselbe große Schublade haben, wird sie auch nie zu voll und quillt über. Jeder kann darauf zurückgreifen und sich die Erinnerungen noch mal ansehen.

Ich versuche es mal mit der großen Schublade. Ist neu für mich, aber ich möchte das Neue auch mal ausprobieren und mich dem nicht verschließen.

Ich finde den Gedanken schön zusammen mit einem Menschen dieselbe Schublade zu haben. Grundehrlich und unkompliziert. Keine Geheimnisse, nur geteilte Erinnerungen, Meinungen und Wahrnehmungen. Zusammen die Schublade zu packen und wiede zu entpacken.

Neue Wege müssen keine Angst machen und neue Dinge auszuprobieren gehören zum Leben dazu.

Das ist schon mal eine Sache die in der neuen, großen Schublade liegt.

Ich wünsche mir…

Nachdem einige Zeit ins Land gegangen ist bleibt nach dieser Zwangspause nur eins übrig, Wünsche äußern.

Nachdem man sich darauf besinnen durfte was einem wirklich wichtig ist in so einer globalen Krise wird es jetzt Zeit sich für die Zukunft etwas zu wünschen.

Was wäre das bei dir?

Bei mir sind es gar nicht mal so wenig Sachen. Aber alle gleichermaßen wichtig.

Ich wünsche mir…

…Gefühle zu sortieren..

…einen klaren Strich ziehen zu können…

….eine gute Mutter zu sein…

….einen guten Job zu machen….

….gesund zu sein….

und vor allem wieder glücklich zu sein!

Das wünsche sicherlich nicht nur ich mir. Das wünscht sich vielleicht die eine oder andere Frau ebenfalls. Sollte doch machbar sein, oder? Es kann doch nicht so schwer sein, dass alles hinzubekommen. Andere schaffen das doch auch.

Und was das eigentlich Tolle daran ist, ich brauche niemanden dazu. Das kann ich alles ganz allein. Ich kann mich entscheiden glücklich zu sein. Ich kann mich entscheiden meinen Job so gut zu machen wie irgend möglich. Ich kann eine gute Mutter sein, wahrscheinlich bin ich das schon.

Naja und das mit dem gesund sein, kommt spätestens dann, wenn ich glücklich bin. Alles eine Frage der Einstellung. Mit genügend Zeit werden wir das alle  hinbekommen.

Da ist es, das Zeit-Thema. Da war doch was?! Ich als „nicht geduldiger“ Mensch bringe Zeit einfach nicht auf meine Seite. Wieso nicht? Zeit ist doch relativ! Wieder eine Frage der Einstellung. Punkt.

Hier ein paar nette Zitate zur Zeit:

„Zeit heilt alle Wunden.“

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“

„Es gibt eine Zeit für die Arbeit. Und es gibt eine Zeit für die Liebe. Mehr Zeit hat man nicht.“

„Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.“

„Zeitverschwendung ist die leichteste aller Verschwendungen.“

Genug Zitate. Hilft ja alles nichts. Wir sind nur einmal hier und haben nur ein Leben. Was wir daraus machen ist völlig uns überlassen. Zeit hin oder her. Nur ein Leben.

Hier meine These zum Thema Wünschen und Zeit:

Passen all meine Wünsche auch in „meine“ Zeit?

Wieviel Zeit habe ich überhaupt? Das weiß ja keiner. Es ist quasi eine Überraschung. Ich liebe Überraschungen! Also, weil der Ausgang ungewiss und Zeit schon mal nicht die Konstante in dieser Rechnung ist, muss ich wohl oder übel näher auf meine Wünsche eingehen.

Das bekomme ich hin und du auch! Wunschlisten schreiben gehört eh zu meinen liebsten Zeitverschwendungen.

Also Wünsche und Einstellungen sind die Punkte auf die ich meine Aufmerksam lenken sollte und Zeit ist etwas, was ich nicht beeinflussen kann. Zeit ist einfach da und keiner weiß wie lange. Also Zeit sollte keine so große Rolle spielen.

Vielleicht machst du mit und schreibst mit mir zusammen eine Wunschliste? Frei raus, einfach mal aufschreiben  was dir in den Sinn kommt. Ich habe meine Punkte oben schon mal notiert. Da kommen sicherlich noch mehr dazu. Ich kenne mich ja. 😉

Ich freue mich richtig darauf meine Wunschliste anzufangen. Also worauf warten? Zeit ist da.

 

 

 

 

 

 

Nach krank kommt gesund

Neulich im Krankenhaus.

Ich musste operiert werden. Vorgespräche mussten geführt werden, Blut musste abgenommen werden und man musste unterschreiben, dass wenn man doch stirbt, das Krankenhaus keine Schuld hat.

Ok, das macht man ja auch alles, weil man ja nicht davon ausgeht, dass man stirbt.

Ich kam also zum OP Tag pünktlich in die Vorbereitung. “ Ziehen Sie sich schon mal aus. Alles bitte. Dann alles in die Kiste hier.“

Ähm, ja, ok. Das Zimmer war kalt, die Kiste war Mausgrau und Socken durfte ich auch nicht anbehalten.

Dann liegt man da in dem Bett, mit dem man auch in den OP gerollt wird. Das olle Laken mit dem man mich zugedeckt hatte, hat mich auch nicht warm gehalten.

Der Pfleger, der mich in den Keller brachte, machte noch ein paar Witze über meinen Namen und dann stand ich auch schon im „Schlachthaus“.

Der Keller war bis unter die Decke gefliest und es roch nach Desinfektionsmittel. Man fragte meine Daten ab und dann war ich allein. Ohne Brille und konnte nichts sehen.

Keiner sprach mit mir, obwohl dort viele Leute rumrannten. Keiner fragte ob alles ok ist.

Ich denke, es war alles ok. Was sollte ich auch tun, fast nackt und blind im Keller.

Dann wurde ich von Bett A ins Bett B gerollt. Haube auf und weiter zur Narkose.

Dort waren wusilige Schwestern und es roch ein wenig nach Kaffee. Haben die Schwestern wohl grad getrunken. Ich durfte ja nichts trinken.

Dann wurde ich oben rum frei gemacht, ein Zugang wurde im Arm gelegt. Da ich müde war und mich nicht sonderlich aufregen wollt, lag ich einfach nur rum. Barbusig und wartend.

Die Schwester schaute mich an und fragte, ob ich ein Beruhigungsmittel genommen hätte, weil mein Puls so extrem ruhig sei. Ich meinte nur, ich bin müde. Sie sah etwas besorgt aus, aber gut, was hätte ich tun sollen, tanzen!?

Dann kam endlich die Narkoseärztin. In einem Redeschwall, sagte sie mir, dass jetzt ein Hammerschmerzmittel in meine Adern gepumpt wird, dass der Arm taub wird und danach gleich das „Schlafmittel“ kommt. Warum nicht andersrum, dachte ich mir noch.

Die nach Kaffee riechende Schwester lachte mich an und setzte mir so eine Maske auf, dadurch bekam ich keine Luft, sie sagte brauche ich auch nicht sonderlich, ich bekomme ja gleich Sauerstoff und schlafe.

Und weg war ich. Ich weiß nur noch, dass ich extrem angepisst und schmerzverzerrt aufwachte. Die Schwester im Aufwachzimmer pumpte mir gleich noch mal Schmerzmittel nach. Schrie mich an, ich soll atmen, weil mein Monitor wild rumpiepste. Aber ich atmete doch, ich war ja auch wach geworden.

„Ist Ihnen schlecht?“ fragte sie. Nein, sagte ich. „Hier, nehmen Sie die Tablette gegen Übelkeit.“ Aber mir ist nicht schlecht, wiederholte ich. Und dann nahm ich die Tablette gegen Übelkeit.

Ich lag dann endlich auf meinem Zimmer. OP war überstanden, Schmerzen im Griff.

Ich war froh neben dem Fenster im Zimmer zu liegen. Eine alte Dame lag an der Tür, das mittlere Bett war frei.

Ich dachte noch so bei mir, endlich ausruhen und die Familie anrufen. Vielleicht was trinken.

Und dann lernte ich Frau Kasper kennen. Ich war zum Glück nur zwei Nächte im Krankenhaus, davon habe ich zwei Nächte nicht geschlafen. Nicht am Stück.

Frau Kasper war 94 Jahre alt und erzählte jedem der es nicht hören wollte, wie sie ins Krankenhaus gekommen ist und was sie hatte.

Ich wollte eigentlich nur gesund werden. Das ist im Krankenhaus wirklich nicht möglich.

Obwohl alle ihre Arbeit gemacht haben und die Nachtschwester echt richtig, gutes Zeug verteilt hat. Möchte ich erstmal nicht wieder ins Krankenhaus.

Ich bin jetzt wieder gesund und weiß wo ich hin möchte, wenn es wirklich einen Notfall geben sollte. Aber lieber bin ich zu Hause auf dem Balkon, mit Blick auf den Sonnenaufgang am Sonntagmorgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischen Tupperparty und Pubertier

Als eine Freundin fragte, ob ich zu Ihrer Tupperparty möchte, habe ich erstmal überlegt. Ich bin eigentlich nicht so der Tupper Typ. Aber ich wollte der Veranstaltung auch eine Chance geben. Zugegeben, einige Sachen sind wirklich gut.

Der Abend nahte, ich kam zu spät. Die Mädels saßen alle mit Sekt und gut gelaunt auf der Couch. Es roch lecker nach Essen in der Wohnung. So habe ich mir das vorgestellt.

Alle waren gut drauf, der große Esstisch stand voll mit Tupper Ware und in allen Farben dieser Welt. Ich war etwas geschockt, wieviel Tupper Zeugs es wirklich gab. Braucht man das alles? Wozu?

Diese Fragen sollten an diesem Abend alle geklärt werden. Es gab eine kurze Vorstellungsrunde. Die Damen waren „heiß“ auf „tuppern“.

Ich gesellte mich dazu und nahm ein Schluck Blubberwasser zu mir. Los gehts.

Als erstes stellte ich fest, dass ich keine Ahnung von Fachbegriffen hatte, wie „Pengschüssel“ oder „Schüttelbecher“. Ich war also der Neuling unter den Damen.

Leicht belächelt, wurden mir also alle Begriffe erklärt. Dann machte es auch alles Sinn.

Ich bin dahin gegangen, mit der irrigen Annahme, ich würde nichts kaufen. Das ist wie zu Ikea fahren und keine Teelichter kaufen wollen. Man fährt hin, also kauft man auch was!

Nach ausführlichen Erklärungen der Hälfte der Produkte, die auf dem Tisch standen, sagte die Gastgeberin: „Essen ist fertig.“

Alles wurde in Tupper „gekocht“. Es roch gut und es schmeckte noch viel besser. Völlig beindruckt von den ganzen Sachen, fragte ich dann zaghaft nach einigen Preisen. Mir ist das Essen wieder von der Gabel gefallen.

Gut, Qualität hat eben ihren Preis. Gekauft habe ich, unter anderem, eine Silikon Back Matte für den Ofen. Ich wollte eben kein Backpapier mehr verwenden, man kann aber auch Biskuitboden damit backen und aufrollen. Kann ich schon mal nicht, aber Pommes darauf backen, dass kann ich.

Dann kamen wir zu einer „Schüssel“ die ich seit Jahren hatte, aber nie wusste was genau das Wunderding konnte. Was soll ich sagen, ich koche keine Kartoffeln mehr auf herkömmlichem Weg. Das geht in der „Schüssel“ viel schneller und besser. Was hab ich nur Jahrelang ohne das Teil gemacht?

Das Pubertier wird ab sofort schnell und effizient mit Essen versorgt. Die Schüssel kann alles garen. Ich kann mich noch erinnern, als sie klein war und zwischen einem leisen Wimmern, weil Hunger und der totalen Katastrophe meist nur Minuten lagen. Das ist heute als Pubertier nicht anders, sie weint zwar nicht mehr, aber ein Schwall an Schimpfwörtern erwartet mich schon, wenn das Essen nicht schnell genug fertig ist.

Also mit der „Schüssel“ hab ich schon mal alles richtig gemacht.

Nun ja, am Ende meines Glases angekommen und doch Sachen gekauft, wurde ich dann auch noch Gastgeberin für die neue Tupperparty  bei mir zu Hause. So kann´s kommen.

Ein Tipp an die Muttis, eine Tupper Party ist eine Win Win Situation für alle. Erspart euch Zeit beim Kochen für die Pubertiere und/ oder Männer und ihr habt Spaß mit euren Mädels.

Und mal ehrlich, Plastik hin oder her, 30 Jahre Garantie und BPA frei. Lieber den „Tupper Cup to Go“ als den Pappbecher vom Bäcker.

Weihnachten steht vor der Tür, rettet Leben, macht Tupper Partys! Tupper gibt es auch in Rahlstedt! 😉

 

 

 

 

Den Kopf frei bekommen

Dieses Jahr stand ein langgehegter Wunsch ganz oben auf meiner Todoliste.

Schottland.

Wandern und Loch Ness besuchen.
Gesagt. Getan.
Ich kann es nur damit beschreiben, dass es bewusstseinsverändernd war.
Ich habe viel gelesen und natürlich Bilder gesehen. Auf der Insel war ich auch schon, aber abseits von Trubel eben noch nie.

In Edinburgh bin ich gelandet, dann nach Inverness mit dem Zug. Von dort war der erste Tagesmarsch geplant.

Um 7 Uhr ging es los. Durch den Ort Inverness entlang eines Kanals, der direkt in den Loch Ness führte.
Nur mal so erwähnt, der Bus brauchte von Inverness zum Loch Ness nur 20 Minuten.

Ich habe über 5 Stunden gebraucht zu Fuß.

Also die erste Stunde ging es nur bergauf. Das war irgendwie nicht das, was ich erwartet habe. Ich meine, ich kann keine Höhenangaben wirklich gut einschätzen. Ist ein Frauending vermute ich.

Also schwitzend und schnaufend den ollen Berg hoch. Schottland ist sehr bergig, nicht alle sind sehr hoch, aber mit Gepäck und anderer Erwartung eben doch ein klein wenig anstrengend.

Es regnete immer so eben weg, der schottische Sommer eben.

Zum Glück war der Weg gut ausgeschildert und die Schuhe haben dem Regen stand gehalten.

Ich habe keinen Redbull mehr getrunken, nachdem die drei vor der Null stand. Aber an dem Tag hatte ich einen dabei. Leicht zögerlich, weil Angst vor Herzattacken trank ich diesen. Wohl gemerkt nach der ersten Stunde s schon.

Der Blick beim Trinken war atemberaubend. Alles war grün und roch nach frischem Regen.

Es ging durch ein ausgedehntes Waldstück. Mein Regencape ruschelte lustig vor sich hin und bei diesem sonoren Geräusch versank ich in meinen Gedanken.

Mein Rucksack schnürte mir die linke Schulter ab. Das tat weh, sogar sehr. Egal. Weiter.

Dann habe ich meine Ader für Farne und Moos entdeckt. Viele Fotos später, waren immer noch genügend Farne und Moose da.

Der Rucksack tat immer noch weh. Ich wusste schon gar nicht mehr wie ich ihn noch aufsetzen sollte?!

Das war aber nicht das größte Problem. Das war der Drang in die Büsche zu müssen und nicht zu wissen, wie viele Wanderer noch den Weg gingen. Schließlich habe ich ein Zelt im Wald gesehen und keine Ahnung gehabt, ob da jemand drin war, oder der eben auch in den Büschen hockte. Also nach ca. einer Stunde aushalten, ging es nicht mehr. Es regnete noch. Alles war nass, dann war das Hinhocken in die nassen Büsche auch kein Thema mehr. Erledigt.

Ich war ein wenig stolz auf mich, dass ich weder hingefallen bin, noch das ich mehr nass gemacht hätte, als es eh schon war. Aber es ist kein schönes Gefühl, die nasse Hose über die nassen Beine zu ziehen und zu wissen, dass man vor abends auf gar keinen Fall mehr trocken wird.

Der Rucksack war kein Thema mehr, als ich merkte, dass mein Knie zicken machte.

Ich wollt es ignorieren, aber es ging nicht. Da wusste ich noch nicht, dass die letzte Stunde des Marsches nur bergab ging und zwar bei 35% Gefälle.

Die Schmerzen beim Wandern begleiteten mich also stetig. Der Regen war mir mittlerweile egal geworden. Hunger und Durst waren auf einmal nicht mehr wichtig.

Gehen war wichtig. Ankommen. Nicht umknicken.

Mit dem Schmerz ging ich also einige Stunden. Bis ich zu einer Lichtung kam. Aus dem Augenwinkel sah ich ein Reh. Es stand so dicht, dass ich alle Details erkennen konnte. Es ging eine Weile mit mir. Was für ein Gefühl. Mit der Natur alleine zu sein.

Nur war ich nicht alleine. Zwei Meter hinter mir, ging das Pubertier, was in groben Abständen rumgrummelte.

Zwei Meter vor mir der Mann mit Karte und Navi.

Was soll ich sagen. Kopf frei bekommen geht anders.

Schön wars trotzdem, ich würde es immer wieder machen. Vielleicht wirklich mal alleine.

50 Artikel

Weniger als erwartet, mehr als gedacht.

Wie immer hat sich das Leben gegen meinen Vorschlag entschieden, mal das Geplante umzusetzen.

Es sollte ein langer und aufregender Artikel werden, wochenlang geplant und dann musste ich alle Pläne über den Haufen schmeissen.

Kurzum, ein Freund ist mit einem Schlaganfall einfach umgekippt. Seine Frau hat Krebs und kann nicht alleine auf Toilette.

Was tun? Keine Vorsorgepapiere, keine Verwandten. Nur Freunde, nicht mal sonderlich dicke Freunde.
Was tun, wenn die Frau weinend anruft und nach dem Mann fragt, der im Koma liegt.

Ich arbeite und habe selber Familie. Was tun? Was soll ich machen?

Ich habe mich für alles entschieden. Ich habe eine Vollmacht erhalten und habe der Frau einen Pflegeplatz besorgt. Innerhalb von drei Tagen. Weil jmd. im Heim gestorben ist, konnte ich den Platz bekommen für sie.

Nennt man das Glück im Unglück? Karma? Keine Ahnung.

Es waren also drei Tage vergangen, ich war im Krankenhaus mit ihr, ich habe mit allen Ärzten gesprochen, ich habe mit der Heimleitung gesprochen. Mit Engelszungen hab ich für sie alles arrangiert, was sie braucht um zu überleben.

Der Mann wird wohl aufwachen, schwerstbehindert. Sie hat alle Kontakte abgebrochen zu mir, zu anderen Freunden. Sie will niemanden sehen, sie hat vergessen, das ihr Mann im Koma lag. Sie hat vergessen, warum sie ins Pflegeheim gekommen ist, sie hasst mich ,weil ich ihr geholfen habe. Und ich bin nicht mal verwandt mit ihr.

Aber sie hat überlebt, mit Betreuung. Ihr Mann wird linksseitig gelähmt ein Pflegefall werden, wie sie. Nur wird er niemanden zurückweisen können, weil er nie wieder reden kann.

Ich hab zwei Wochen meines Lebens für die beiden investiert. Ich war nicht allein, zum Glück. Ich hatte keine Schublade für so etwas in meinem Kopf. Jetzt hab ich sie.

Ich habe drei Kilo abgenommen und habe nie mehr als 6 Stunden geschlafen. Ich habe nur funktioniert. Ich konnte über nichts nachdenken. Ich konnte nur machen.

Ich habe meine Eltern gebeten, Vollmachten auszufüllen,damit ich nicht funktionieren muss. Sondern mit Bedacht ausführen kann, was sie ich wünschen.

Sie überlegen noch. Wahrscheinlich solange, bis einer umgekippt und der andere mich weinend anruft.

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