Tinderwonderland

Mit fast 40 hat es auch mich erwischt, das Dating-App-Fieber. Zugegeben, neugierig war ich schon. Deshalb kurz entschlossen eine App installiert und auf das Wunder gehofft. Auch wenn mir nicht klar war, was ich genau erwartet habe oder was mich erwartet, bin ich mutig losgestürmt. Trotz Links-Rechts-Schwäche habe ich das Prinzip schnell erkannt. Nach einiger Zeit fühlte es sich wie ein Spiel an. Es war ja auch spielend leicht zu bedienen. Die Männer, die mir angezeigt wurden, haben sich zum Besten gegeben.

Was ich erwartet habe:

Ein Portrait, einen Steckbrief, Humor, Sexappeal und vielleicht noch das Foto vom Haustier.

Was ich bekommen habe:

Verschwommene Aufnahmen von Gesichtern, die aus ca. 2 cm Entfernung aufgenommen wurden, nackte Haut, Strandbilder, Autobilder, Motorradbilder, witzige oder sexistische Sprüche, keinen Steckbrief – oder aber die eindeutige Aufforderung für ONS (One-Night-Stands) oder die gepflegte Affäre.

Da ich ganz offen an diese Sache herangegangen bin, habe ich die Jungs auch einfach links (zwinker) liegen gelassen, sollen sie sich doch austoben. Ob die Ehefrau tatsächlich diese Sache gutheißt, kann ja sein. War mir aber auch egal. Ich habe mich auf keinen Typ Mann festgelegt. Ok, eindeutig mehr Männer mit Bart waren dabei. Mag ich eben. Die Größe war mir auch egal. Der Job war mir egal und auch ob Hund oder Katze. Auch wenn es Kinder, gerne als Altlasten bezeichnet, gibt, bin ich offen auf die Männerwelt zu gerannt. Ja, rennen kann man es nennen. Ich war vielseitig interessiert. Es waren sogar unglaublich tolle Männer mit dabei. Es gibt sie also noch. 🙂

Es waren aber auch Männer mit dabei, die mich angepöbelt haben oder die meinen Vornamen zu ostdeutsch fanden oder die auf einer Wellenlänge mit mir lagen, mich unglaublich attraktiv fanden, ihr Glück kaum fassen konnten und mich versetzt haben.

Letztendlich fühlt es sich wie ein großer Sozialversuch an. Die menschliche (männliche) Psyche unter die Lupe genommen. Ich habe Altlasten, die habe ich sogar ziemlich gerne. Ich habe mich nicht festgelegt. Ich weiß aber was ich nicht will. Letztendlich haben sich diese Männer mit einem Ziel bei solchen Dating-Apps angemeldet. Egal wie dieses Ziel aussehen mag. Mädels, an euch liegt es schnell zu erkennen, welchen Typ Mann ihr vor euch habt. Ich kann mittlerweile bestätigen, dass wenn der Typ schon aussieht wie ein Schlitzohr, er auch eines ist.

Ich mag Männer nach wie vor, aber bilde mir sicher nicht ein, dass ich sie verstehe. Ich habe tolle Dates gehabt, unglaublich warmherzige Menschen kennengelernt. Ich habe mir gerne ihre Wünsche und Werte angehört. Aber ich habe auch erkannt, dass erst ich wissen muss was ich will, damit es klappt. Nur zu wissen was man nicht will, reicht zwar für eine schnelle Bauchentscheidung, dauert aber bedeutend länger, als zu bekommen, was man will.

Auch ich bin nicht frei von Fehlern und falls ich den Herren zu viel Hoffnung gemacht habe, tut es mir leid. Jungs, entschuldigt bitte! Ich bin auch nur ein Mensch.

Ich bin dankbar für jede einzelne Erfahrung in den letzten Wochen. Ich habe meine Komfortzone verlassen, war mutig und naiv und manchmal auch echt dumm. Aber ich vermisse diese Erfahrungen nicht, im Gegenteil. Es gibt sicherlich Menschen, die darauf gut verzichten können sich im digitalen Zeitalter der gesamten Öffentlichkeit verletzlich und offen zu zeigen.

Auch ich habe nur bedingt Details von mir preisgegeben. Aus Angst verletzt zu werden. Das geht den Männern sicherlich genauso. Aber alles was ich gesagt und gezeigt habe, habe ich frei heraus getan und würde es immer wieder so tun. Das bin eben ich. Zumindest ein kleiner Teil, den ich gerne bereit bin zu zeigen.

Ob ich die große Liebe finden werden, weiß ich nicht. Ob es jemals wieder so etwas wie Liebe geben wird in meinem Leben, weiß ich auch nicht. Aber nichts tun und hoffen sie findet mich von alleine – auf keinen Fall.

Also die Damen, seit mutig, seit frech und liebreizend. Haut die Männerwelt um und passt dabei verdammte Scheiße auf euch auf.

Jetzt

Jetzt, nachdem ich den Weg für mich alleine beschreite, habe ich jeden Tag eine neue Erkenntnis erlangt. Ich glaube das ist das Ziel. Das ist die Konsequenz daraus, alleine zu sein.

Es fühlt sich an wie Schwäche, wie zurück bleiben auf halber Strecke, wie Neues wollen, aber Altes bekommen. Ich dachte der Kopf ist klar, aber er ist es nicht. Was ich nicht mehr will, weiß ich. Was ich will, noch nicht ganz. Ich bin entschlossen unentschlossen. Tatkräftig tatenlos.

Was der Körper will und was er dann tatsächlich kann, stellt mich auf eine harte Probe. Jeden Tag aufs Neue.

Und wisst ihr was?! Es ist ok, nichts zu können und nichts zu wollen. Es ist ok, einfach nein zu sagen und es ist besonders ok, alte Kontakte zu löschen. Aus dem Handy und aus dem Leben.

Ich muss nichts, was sich nicht richtig für mich anfühlt. Ich muss nicht mit jedem gut auskommen. Ich muss mit mir gut auskommen. Und das ist eine Herausforderung. Aber die Augen davor zu verschließen macht keinen Sinn. Blind durch den Tag laufen hilft keinem weiter, insbesondere mir nicht. Aufgeschlossen die Komfortzone zu verlassen ohne sich selbst zu verlieren. Das ist der Plan, das ist das Ziel. Mein Ziel.

Schreiben hilft dabei. Ein Tagebuch zum Beispiel oder eben etwas Öffentliches, damit auch andere an diesem Prozess teilhaben können. Wovor soll ich mich verstecken? Was soll mir Angst machen? Nichts.

Ein Tipp! Gedanken laut auszusprechen und mit Menschen zu teilen, ist eine enorme Erleichterung, dass was dann zurück kommt, bedingt den Wandel. Öffnet die Augen, öffnet den Geist. Dazu eine Tasse Kaffee oder Tee und das Ergebnis strahlt in einem anderen Licht. Viel zu wenig nimmt man sich Zeit für diese Dinge. Und nicht immer ist es sinnvoll diese Sachen nur mit sich auszumachen. Dann die richtige Entscheidung treffen, wird sich viel leichter ergeben und richtig anfühlen.

Aber nie sich selbst darüber hinaus vergessen. Gedanken zu teilen heißt nicht, andere über sein Leben entscheiden zu lassen. Es ist nur eine Motivation. All zu oft, sehe ich dann Dinge klarer und weiß um so mehr was ich nicht möchte.

Und trotzdem fällt es mir schwer, herauszufinden was ich letztendlich möchte.

Vielleicht reiche ich mir allein nicht aus? Vielleicht habe ich aber so viel zu geben, dass es unbedingt für weitere Menschen reicht? Da ich das nicht weiß, heißt der Weg „probieren“ und sehen wohin es führt. In die absolute Erfüllung oder in die Hölle. Aber wenn ich es nicht versuche, dann werde ich es nie wirklich wissen, also bin ich mutig und verlasse alte Pfade und finde heraus, was ich will.

Tja nun…

Auch ich möchte mein 2020 abschließen. Beenden und Haken dran.

Ich habe genau wie all die anderen um mich herum mit den Konsequenzen der Pandemie leben müssen. Genau wie all die anderen habe ich mich an Vorgaben gehalten. Arbeit, Einkauf, nach Hause….repeat.

Aber so war mein Leben schon vorher. Ich fühle mich deswegen nicht als Held. Ich habe schon vorher den Kontakt zu Menschenmassen minimiert und lieber nur mit meinen engsten Mitmenschen die Tage verbracht. Auch das Desinfektionsmittel stand schon Jahre vorher auf meinem Tisch im Büro. Gut, die Maske ist neu, aber endlich kein Schminken mehr und wenn man Pickel hatte, konnte man die gut verstecken. Also, passt.

Das Atmen durch die Maske fiel mir schwer, aber ich fühlte mich sicherer. Ich fand auch, dass es manchmal etwas geheimnisvolles hatte, wenn nur die Augen zu sehen waren. Aber ok, ich war dann schon überrascht, wie die Kinnpartie des mir Gegenüber dann aussah. Gehörte aber in 2020 dazu.

Ich bin umgezogen, vielmehr ausgezogen. In Pandemiezeiten zwar möglich, aber Anschließen von Waschmaschinen ging dann schon mal nicht. Zum Glück hatten zu der Zeit noch Baumärkte offen, meine 2. liebste Beschäftigung in der Zeit. Mit Warteschlange!

Meine eigenen vier Wände bewohnen. Alles selber zu gestalten. Das erleichterte mir einiges. Ich mag meine neue Wohnung, mein sicherer Hafen. Den, den ich hatte, habe ich verlassen, um in einen neuen Hafen einzukehren. Einen neuen Anker zu werfen.

Es war schwer und mühsam. Aber ich wollte es so. Ich hatte alles aufgegeben, was ich in den letzten fast 18 Jahren aufgebaut hatte. Ich wollte ja alles anders machen, meinen eigenen Kopf durchsetzen. Alles alleine entscheiden und dann scheiterte es an Sachen wie Müll raus bringen. Ich hasse Müll rausbringen. Aber auch das musste ich irgendwie machen.

Eine neue Liebe kam daher, wie ein Unwetter überrollte sie mich. Nahm mich voll und ganz ein. Ich habe alles zugelassen, weil Liebe immer das war, was ich geben wollte. Das was noch übrig war von mir, war bereit weiterhin alles zu geben.

Am Heiligabend reichte die Liebe nicht mehr aus und ich war wieder alleine. Mein Weihnachtsgeschenk an mich, war alleine sein. Aber nicht einsam.

Was habe ich also daraus gelernt? Ich muss mich erst selbst lieben bevor ich andere lieben kann. Und das ist leichter gesagt als getan. Was habe ich bis jetzt für mich getan? Fragt euch das bitte auch. Was habt ihr für euch getan? Könnt ihr auch immaterielle Dinge aufzählen? Oder sind es doch nur die Lieblingspralinen, der Lieblingswein und das heiße Bad? Gut, das mit dem heißen Bad ist unglaublich schön, wenn man dann nicht die Lieblingspralinen ins Wasser fallen lässt und den Wein verschüttet. Humor habe ich noch. Und eine schöne Wohnung. Ein wundervolles Pubertier und einen sehr erwachsenen Ex Mann, der weiß, dass das Kind an erster Stelle steht.

Allerdings hatte ich auch eine Liebe, die mir Weihnachten versaut hat, das angebliche Fest der Liebe, welches dieses Jahr für mich, ein Fest der Selbsterkenntnis war. Ich bin dankbar, dass ich trotz alledem noch klar sehen kann. Irgendwann kommt auch das Gefühl von Liebe zurück. Solange bin ich eine gute Mutter und vielleicht eine gute Ex-Frau. 🙂

PS: Am 24.12. war dann auch mein Scheidungstermin im Briefkasten. Perfektes Timing Karma. 🙂

Schwester Natascha

Egal, ob es eine Pandemie gibt oder nicht. Krankenschwestern haben schon immer einen Arsch voll Arbeit gehabt. Egal welches Jahrhundert, egal welches Krankenhaus.

Sie waren und sind immer einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen eine Krankenschwester zu sein, es war nie mein Berufswunsch. Damals, als jeder noch dachte, „was mit Menschen“ wäre toll.

Natascha ist mittlerweile eine gute Freundin geworden, kenne ich sie doch schon aus der Grundschule meiner Tochter. Sie ist witzig und laut und herzensgut und direkt und verletzlich und stark und Mutter und Ehefrau und berufstätig.

Natascha hat genau wie jede Frau (vllt. auch jeder Mann) hin und wieder Fragen ans Leben. Fragen an Gott oder Fragen an sich selbst. Dabei geht sie ihren Weg geradeaus, mehr als ich. Trotzdem schwankt sie ab und zu. Und das ist ok. Natürlich ist das OK. Sie geht ihren Weg in die richtige Richtung und fragt sich dennoch viel zu oft, ob es die richtige Richtung ist.

Aber das tu ich auch. Ich frage mich häufig, ob das die richtige Richtung ist. Aber diese Frage sollte nicht unser Leben bestimmen, sonst fragen wir nur noch und gehen gar nicht mehr.

Natascha hat eine Tochter, ein Pubertier und einen blinden Ehemann. Diese Verantwortung hat sie aus Liebe übernommen. Sie hat die Verantwortung für ihre Patienten und für ihr Kind und für ihren Mann. Sie alleine. Trotz Angst, macht sie das alles alleine. Verantwortung tragen. Sie lädt sich manchmal wirklich viel Verantwortung auf. Ich würde ihr diese gerne abnehmen. Aber wenn ich sehe, wieviel Mut sie dabei entwickelt, trotz immenser Verantwortung, sehe ich, dass sie gar keine Hilfe braucht. Kein Mitleid. Kein Bedauern.

Sie braucht auch keinen Applaus vom Balkon. Sie braucht einfach nur Respekt. Vielleicht auch etwas Unterstützung. Und mehr Gehalt. Ganz wirklich, wer hat sich ausgedacht, dass Krankenschwestern und Pflegepersonal nur so wenig Geld bekommen sollen?

Sie arbeitet als Festangestellte und dann noch als Aushilfe, Sonntags und Feiertags, um auf das Geld zu kommen, was sie verdient! Sie fährt mit ihrem Mann und Kind dennoch in den Urlaub, organisiert den Tagesablauf ihres Mannes. Hat Spätschichten und übernimmt dann noch andere Schichten von Kolleginnen und Kollegen, die krank geworden sind. Nur um dann abends mit schmerzenden Füßen auf der Couch zu sitzen und sofort einzuschlafen.

Meinen Respekt hat sie. Und zurecht hinterfragt sie sich, ob das jetzt alles war. Ob da noch etwas kommt. Mit dieser Verantwortung und diesem Tagespensum hat sie sich jegliche Fragen und Pausen verdient. Sie hat es auch verdient abends auf der Couch zu weinen und dennoch am nächsten Tag zur Arbeit zu gehen, weil sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Sie läuft nicht weg, auch wenn sie das vielleicht manchmal möchte. Sie stellt sich ihrer Angst und Aufgaben. Das finde ich bewundernswert. Sie kann sich auf ihr Verantwortungsgefühl verlassen, auf Ihr Wissen als Krankenschwester und ihre Empathie. Auf ihren moralischen Kompass.

Ich wäre auch gerne etwas mehr wie Natascha, trotz Angst möchte ich mich auch den Aufgaben stellen, stattdessen habe ich es perfektioniert, Lösungen in der Flucht zu sehen. Lieber etwas Neues machen, als bei dem Alten aufzuräumen. Statt versuchen, lieber abbrechen.

Egal für welchen Weg ihr euch entscheidet; kämpfen, flüchten, Neuanfang, altbewährt oder etwas ganz anderes. Für jeden ist Platz auf dieser Welt, keiner kann euch das streitig machen.

Macht weiter so!

Das kennen wir doch alles….

Auf Grund meiner Recherchen für neue Schreibaufträge, stoße ich immer wieder auf altbekannte Texte. Auf angeblich neue Methoden und warum alte Methoden nicht funktionieren. Dann lese ich mir diese Texte durch und denke so bei mir: „Das kennen wir doch alles schon. Nix Neues.“

Aber warum zur Hölle handeln wir dennoch nach dem alten Schema? Warum können wir uns nicht an die gut bewährten, praktizierten Methoden halten?

Weil wir alleine sind und null konsequent uns gegenüber. Bei mir läuft es immer so ab, dass ich Medikamente absetze, weil es ja super geht. Dann geht es wieder schlecht und ich denke mir, verdammt warum hast du aufgehört das Zeug zu nehmen?!

Weil mir niemand gesagt hat, dass es besser ist weiter zu machen. Niemand hat mich erinnert, dass es vielleicht nicht gut ausgeht, wenn ich jetzt aufhöre.

Aber es sollte uns als Erwachsene doch auch niemand daran erinnern müssen, oder?

Sollten wir als Erwachsene nicht wissen was gut für uns ist?

Nein, wissen wir nicht. Und nein, es ist nichts falsch daran jemanden zu haben der uns an das Gute erinnert. Ich meine nicht Alexa, die uns an die Einkäufe oder Lieblingsserie erinnert. Ich meine eine Erinnerung an ein Gefühl oder eine Konsequenz.

Nobody is perfect. Warum also alles immer wissen? Es gibt mittlerweile dutzende Apps die uns an alles erinnern oder was für uns machen. Selbst die Periodenstatistik kann jetzt via App getrackt werden. Ist meines Erachtens aber ein wenig aufwendig, weil man sich selber immer erinnern muss, dort etwas einzutragen. Kalenderapps sind auch toll. Muss man auch selber eintragen um erinnert zu werden.

Wenn unser Tagebuch sprechen könnte, würde es vielleicht mal sagen: „Verdammte Scheiße, das ging beim letzten Mal schon nicht gut, warum tust du dir das wieder an?!“

Gut, in unserem Tagebuch tragen wir auch Dinge ein. Aber das haben wir einmal gemacht, vielleicht wieder vergessen und machen irgendwas dummes wieder. Jetzt wäre eine Erinnerung doch schön, oder?

Etwas was uns an gute Gefühle erinnert. Gutes Verhalten. Also all die Texte und neuen Methoden, die es im Netz gibt, sind doch nur dazu da, um uns wieder zu erinnern.

Am schönsten finde ich da immer noch die Therapie Angesicht zu Angesicht. Durch regelmäßige Termine und durchsprechen der vergangenen Sitzung frischt sich das Gefühl wieder auf. Man wird an etwas erinnert und man geht immer mit Erleichterung und viel Motivation wieder raus.

 

 

 

 

die große Schublade

Im Kopf habe ich mehrere Schubladen. Immer, wenn ich etwas erlebt habe, wird es in eine Schublade sortiert. Dies gilt für so ziemlich alles in meinem Leben. Bei euch auch?

Manche sind schon uralt, andere werden täglich geöffnet und wieder geschlossen. Es gibt auch welche, die sind schon sehr lange zu und sollen es eigentlich auch bleiben.

Nur eine dumpfe Erinnerung, wie ein dichter Nebel steigt in meinem Kopf auf und ein merkwürdiges Gefühl macht sich breit. Das ist dann der Hinweis für mich, dass die Schublade sich öffnen möchte. Dies möchte ich natürlich verhindern und sorge dafür, dass sie geschlossen bleibt.

Je älter ich werde, je mehr Schubladen habe ich im Kopf. Viel erlebt und viel wegsortiert.

Das tut jeder für sich selbst. Es gibt eben nur meine Schubladen, meine Wahrnehmungen und meine Erinnerungen.

Und nein, nur weil man viele Schubladen hat, muss man nicht unbedingt voreilig Neues da hineinstopfen. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Es ist aber einfacher Negatives in eine Schublade zu stopfen als Positives. Ich gehe mal nicht näher darauf ein, warum dies so ist. Das kann sich sicherlich jeder schon selber herleiten. 😉

Aber alle diese Schubladen stehen nun im Kopf herum und verstellen vielleicht auch mal den Weg. Irgendwann ist der Kopf auch mal voll und es passt vielleicht nichts mehr hinein.

Warum also keine große, gemeinsame Schublade aufmachen. Man sagt ja, halbes Leid ist geteiltes Leid. Aber das geht natürlich auch mit positiven Sachen. Freude teilen sollte vorrangig das Ziel sein. Das passt doch alles in so eine große Schublade. Vielleicht sollte man die kleinen Schubladen doch noch mal aufmachen und neu sortiert in die große Schublade packen.

Damit lebt es sich vielleicht einfacher. Außerdem ist so eine große Schublade auch viel praktischer, es passt viel mehr rein.

Wenn der Partner oder die Kinder oder der beste Freund dieselbe große Schublade haben, wird sie auch nie zu voll und quillt über. Jeder kann darauf zurückgreifen und sich die Erinnerungen noch mal ansehen.

Ich versuche es mal mit der großen Schublade. Ist neu für mich, aber ich möchte das Neue auch mal ausprobieren und mich dem nicht verschließen.

Ich finde den Gedanken schön zusammen mit einem Menschen dieselbe Schublade zu haben. Grundehrlich und unkompliziert. Keine Geheimnisse, nur geteilte Erinnerungen, Meinungen und Wahrnehmungen. Zusammen die Schublade zu packen und wiede zu entpacken.

Neue Wege müssen keine Angst machen und neue Dinge auszuprobieren gehören zum Leben dazu.

Das ist schon mal eine Sache die in der neuen, großen Schublade liegt.

Ich wünsche mir…

Nachdem einige Zeit ins Land gegangen ist bleibt nach dieser Zwangspause nur eins übrig, Wünsche äußern.

Nachdem man sich darauf besinnen durfte was einem wirklich wichtig ist in so einer globalen Krise wird es jetzt Zeit sich für die Zukunft etwas zu wünschen.

Was wäre das bei dir?

Bei mir sind es gar nicht mal so wenig Sachen. Aber alle gleichermaßen wichtig.

Ich wünsche mir…

…Gefühle zu sortieren..

…einen klaren Strich ziehen zu können…

….eine gute Mutter zu sein…

….einen guten Job zu machen….

….gesund zu sein….

und vor allem wieder glücklich zu sein!

Das wünsche sicherlich nicht nur ich mir. Das wünscht sich vielleicht die eine oder andere Frau ebenfalls. Sollte doch machbar sein, oder? Es kann doch nicht so schwer sein, dass alles hinzubekommen. Andere schaffen das doch auch.

Und was das eigentlich Tolle daran ist, ich brauche niemanden dazu. Das kann ich alles ganz allein. Ich kann mich entscheiden glücklich zu sein. Ich kann mich entscheiden meinen Job so gut zu machen wie irgend möglich. Ich kann eine gute Mutter sein, wahrscheinlich bin ich das schon.

Naja und das mit dem gesund sein, kommt spätestens dann, wenn ich glücklich bin. Alles eine Frage der Einstellung. Mit genügend Zeit werden wir das alle  hinbekommen.

Da ist es, das Zeit-Thema. Da war doch was?! Ich als „nicht geduldiger“ Mensch bringe Zeit einfach nicht auf meine Seite. Wieso nicht? Zeit ist doch relativ! Wieder eine Frage der Einstellung. Punkt.

Hier ein paar nette Zitate zur Zeit:

„Zeit heilt alle Wunden.“

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“

„Es gibt eine Zeit für die Arbeit. Und es gibt eine Zeit für die Liebe. Mehr Zeit hat man nicht.“

„Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.“

„Zeitverschwendung ist die leichteste aller Verschwendungen.“

Genug Zitate. Hilft ja alles nichts. Wir sind nur einmal hier und haben nur ein Leben. Was wir daraus machen ist völlig uns überlassen. Zeit hin oder her. Nur ein Leben.

Hier meine These zum Thema Wünschen und Zeit:

Passen all meine Wünsche auch in „meine“ Zeit?

Wieviel Zeit habe ich überhaupt? Das weiß ja keiner. Es ist quasi eine Überraschung. Ich liebe Überraschungen! Also, weil der Ausgang ungewiss und Zeit schon mal nicht die Konstante in dieser Rechnung ist, muss ich wohl oder übel näher auf meine Wünsche eingehen.

Das bekomme ich hin und du auch! Wunschlisten schreiben gehört eh zu meinen liebsten Zeitverschwendungen.

Also Wünsche und Einstellungen sind die Punkte auf die ich meine Aufmerksam lenken sollte und Zeit ist etwas, was ich nicht beeinflussen kann. Zeit ist einfach da und keiner weiß wie lange. Also Zeit sollte keine so große Rolle spielen.

Vielleicht machst du mit und schreibst mit mir zusammen eine Wunschliste? Frei raus, einfach mal aufschreiben  was dir in den Sinn kommt. Ich habe meine Punkte oben schon mal notiert. Da kommen sicherlich noch mehr dazu. Ich kenne mich ja. 😉

Ich freue mich richtig darauf meine Wunschliste anzufangen. Also worauf warten? Zeit ist da.

 

 

 

 

 

 

Nach krank kommt gesund

Neulich im Krankenhaus.

Ich musste operiert werden. Vorgespräche mussten geführt werden, Blut musste abgenommen werden und man musste unterschreiben, dass wenn man doch stirbt, das Krankenhaus keine Schuld hat.

Ok, das macht man ja auch alles, weil man ja nicht davon ausgeht, dass man stirbt.

Ich kam also zum OP Tag pünktlich in die Vorbereitung. “ Ziehen Sie sich schon mal aus. Alles bitte. Dann alles in die Kiste hier.“

Ähm, ja, ok. Das Zimmer war kalt, die Kiste war Mausgrau und Socken durfte ich auch nicht anbehalten.

Dann liegt man da in dem Bett, mit dem man auch in den OP gerollt wird. Das olle Laken mit dem man mich zugedeckt hatte, hat mich auch nicht warm gehalten.

Der Pfleger, der mich in den Keller brachte, machte noch ein paar Witze über meinen Namen und dann stand ich auch schon im „Schlachthaus“.

Der Keller war bis unter die Decke gefliest und es roch nach Desinfektionsmittel. Man fragte meine Daten ab und dann war ich allein. Ohne Brille und konnte nichts sehen.

Keiner sprach mit mir, obwohl dort viele Leute rumrannten. Keiner fragte ob alles ok ist.

Ich denke, es war alles ok. Was sollte ich auch tun, fast nackt und blind im Keller.

Dann wurde ich von Bett A ins Bett B gerollt. Haube auf und weiter zur Narkose.

Dort waren wusilige Schwestern und es roch ein wenig nach Kaffee. Haben die Schwestern wohl grad getrunken. Ich durfte ja nichts trinken.

Dann wurde ich oben rum frei gemacht, ein Zugang wurde im Arm gelegt. Da ich müde war und mich nicht sonderlich aufregen wollt, lag ich einfach nur rum. Barbusig und wartend.

Die Schwester schaute mich an und fragte, ob ich ein Beruhigungsmittel genommen hätte, weil mein Puls so extrem ruhig sei. Ich meinte nur, ich bin müde. Sie sah etwas besorgt aus, aber gut, was hätte ich tun sollen, tanzen!?

Dann kam endlich die Narkoseärztin. In einem Redeschwall, sagte sie mir, dass jetzt ein Hammerschmerzmittel in meine Adern gepumpt wird, dass der Arm taub wird und danach gleich das „Schlafmittel“ kommt. Warum nicht andersrum, dachte ich mir noch.

Die nach Kaffee riechende Schwester lachte mich an und setzte mir so eine Maske auf, dadurch bekam ich keine Luft, sie sagte brauche ich auch nicht sonderlich, ich bekomme ja gleich Sauerstoff und schlafe.

Und weg war ich. Ich weiß nur noch, dass ich extrem angepisst und schmerzverzerrt aufwachte. Die Schwester im Aufwachzimmer pumpte mir gleich noch mal Schmerzmittel nach. Schrie mich an, ich soll atmen, weil mein Monitor wild rumpiepste. Aber ich atmete doch, ich war ja auch wach geworden.

„Ist Ihnen schlecht?“ fragte sie. Nein, sagte ich. „Hier, nehmen Sie die Tablette gegen Übelkeit.“ Aber mir ist nicht schlecht, wiederholte ich. Und dann nahm ich die Tablette gegen Übelkeit.

Ich lag dann endlich auf meinem Zimmer. OP war überstanden, Schmerzen im Griff.

Ich war froh neben dem Fenster im Zimmer zu liegen. Eine alte Dame lag an der Tür, das mittlere Bett war frei.

Ich dachte noch so bei mir, endlich ausruhen und die Familie anrufen. Vielleicht was trinken.

Und dann lernte ich Frau Kasper kennen. Ich war zum Glück nur zwei Nächte im Krankenhaus, davon habe ich zwei Nächte nicht geschlafen. Nicht am Stück.

Frau Kasper war 94 Jahre alt und erzählte jedem der es nicht hören wollte, wie sie ins Krankenhaus gekommen ist und was sie hatte.

Ich wollte eigentlich nur gesund werden. Das ist im Krankenhaus wirklich nicht möglich.

Obwohl alle ihre Arbeit gemacht haben und die Nachtschwester echt richtig, gutes Zeug verteilt hat. Möchte ich erstmal nicht wieder ins Krankenhaus.

Ich bin jetzt wieder gesund und weiß wo ich hin möchte, wenn es wirklich einen Notfall geben sollte. Aber lieber bin ich zu Hause auf dem Balkon, mit Blick auf den Sonnenaufgang am Sonntagmorgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischen Tupperparty und Pubertier

Als eine Freundin fragte, ob ich zu Ihrer Tupperparty möchte, habe ich erstmal überlegt. Ich bin eigentlich nicht so der Tupper Typ. Aber ich wollte der Veranstaltung auch eine Chance geben. Zugegeben, einige Sachen sind wirklich gut.

Der Abend nahte, ich kam zu spät. Die Mädels saßen alle mit Sekt und gut gelaunt auf der Couch. Es roch lecker nach Essen in der Wohnung. So habe ich mir das vorgestellt.

Alle waren gut drauf, der große Esstisch stand voll mit Tupper Ware und in allen Farben dieser Welt. Ich war etwas geschockt, wieviel Tupper Zeugs es wirklich gab. Braucht man das alles? Wozu?

Diese Fragen sollten an diesem Abend alle geklärt werden. Es gab eine kurze Vorstellungsrunde. Die Damen waren „heiß“ auf „tuppern“.

Ich gesellte mich dazu und nahm ein Schluck Blubberwasser zu mir. Los gehts.

Als erstes stellte ich fest, dass ich keine Ahnung von Fachbegriffen hatte, wie „Pengschüssel“ oder „Schüttelbecher“. Ich war also der Neuling unter den Damen.

Leicht belächelt, wurden mir also alle Begriffe erklärt. Dann machte es auch alles Sinn.

Ich bin dahin gegangen, mit der irrigen Annahme, ich würde nichts kaufen. Das ist wie zu Ikea fahren und keine Teelichter kaufen wollen. Man fährt hin, also kauft man auch was!

Nach ausführlichen Erklärungen der Hälfte der Produkte, die auf dem Tisch standen, sagte die Gastgeberin: „Essen ist fertig.“

Alles wurde in Tupper „gekocht“. Es roch gut und es schmeckte noch viel besser. Völlig beindruckt von den ganzen Sachen, fragte ich dann zaghaft nach einigen Preisen. Mir ist das Essen wieder von der Gabel gefallen.

Gut, Qualität hat eben ihren Preis. Gekauft habe ich, unter anderem, eine Silikon Back Matte für den Ofen. Ich wollte eben kein Backpapier mehr verwenden, man kann aber auch Biskuitboden damit backen und aufrollen. Kann ich schon mal nicht, aber Pommes darauf backen, dass kann ich.

Dann kamen wir zu einer „Schüssel“ die ich seit Jahren hatte, aber nie wusste was genau das Wunderding konnte. Was soll ich sagen, ich koche keine Kartoffeln mehr auf herkömmlichem Weg. Das geht in der „Schüssel“ viel schneller und besser. Was hab ich nur Jahrelang ohne das Teil gemacht?

Das Pubertier wird ab sofort schnell und effizient mit Essen versorgt. Die Schüssel kann alles garen. Ich kann mich noch erinnern, als sie klein war und zwischen einem leisen Wimmern, weil Hunger und der totalen Katastrophe meist nur Minuten lagen. Das ist heute als Pubertier nicht anders, sie weint zwar nicht mehr, aber ein Schwall an Schimpfwörtern erwartet mich schon, wenn das Essen nicht schnell genug fertig ist.

Also mit der „Schüssel“ hab ich schon mal alles richtig gemacht.

Nun ja, am Ende meines Glases angekommen und doch Sachen gekauft, wurde ich dann auch noch Gastgeberin für die neue Tupperparty  bei mir zu Hause. So kann´s kommen.

Ein Tipp an die Muttis, eine Tupper Party ist eine Win Win Situation für alle. Erspart euch Zeit beim Kochen für die Pubertiere und/ oder Männer und ihr habt Spaß mit euren Mädels.

Und mal ehrlich, Plastik hin oder her, 30 Jahre Garantie und BPA frei. Lieber den „Tupper Cup to Go“ als den Pappbecher vom Bäcker.

Weihnachten steht vor der Tür, rettet Leben, macht Tupper Partys! Tupper gibt es auch in Rahlstedt! 😉

 

 

 

 

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