Es ist schon etwas wie ein Irrgarten. Man sucht, man findet, man läuft los, man hält inne. Die Frage nach dem großen Ganzen taucht immer wieder auf und lässt sich einfach nicht beantworten. Funktionieren funktioniert ganz gut. Bis man dann alleine auf der Couch sitzt und in den grauen Tag starrt und sich immer wieder absurde Fragen stellt.

Auf die man ebenfalls keine Antworten bekommt, nur Verdrängung und Ablenkung. Und das Leben passiert dann nebenbei. Arbeit, Erziehung, Essen und Trinken, Fernsehen und Whatsapp, Insta und Datingapps. Also normaler Alltag, zurzeit. Nur muss ich gestehen sind Datingapps momentan langweilig für mich geworden, zur Schau stellen, nett sein, antworten, aufhübschen, um dann doch nicht zum Date zu gehen.

Ich lasse das. Ich will das nicht mehr. Sagt man nicht immer, man kann nur das anziehen, was man selber verkörpert? Was wäre das bei mir? Männer mit „Altlasten“, psychisch labile Persönlichkeiten mit Existenzängsten und sexy Blick?

Dafür habe ich keine Zeit. Will ich doch eine Beziehung, etwas Echtes, etwas Festes. Am liebsten nicht all zu kompliziert, mit viel Aufmerksamkeit für mich und liebevollen Gesten. Also mit mir. Eine feste Beziehung mit liebevollen Gesten, wie die Kette die ich mir selber zum Valentinstag geschenkt habe. Aufmerksamkeit in Form von Tulpen, die ich mir mitbringe. Eine tolles Make Up und ein paar verdammt sexy Stiefel. Und da ich mich ja ganz gut kenne, glaube ich, kann das wirklich etwas werden – mit mir. Dann ist der Rest doch leicht, oder?!

Mit einem wundervollen Ex-Mann, einer unglaublich tollen Tochter, einer wirklich schönen Wohnung, tollen Freunden, neuen Leuten und mir. Die sich gerade findet und wieder verliert, wieder findet und jemanden sucht oder findet, der passt.

Ganz einfach. Es gibt, wenn man den zahlreichen Artikeln glauben kann, sehr viele Menschen, die es viel schlimmer getroffen hat, als mich. Die ihr Leben von Null beginnen müssen. Die nach der Trennung ohne Hilfe nicht den Weg zurück finden. Die nichts können und nichts wollen, die leiden und weinen. Ich weine auch, aber ich lache auch und genieße schöne Momente bis zum Schluss. Koste alle Komplimente aus, auch wenn ich sie nicht immer glauben kann, denke an verflossene Bekanntschaften, an neue Bekanntschaften, an Freunde und Familie. Soviel über andere, habe ich schon sehr lange nicht mehr nachgedacht. Sollte ich nicht lieber viel mehr über mich nachdenken? Ich glaube, solange ich das genießen kann, an andere zu denken, denke ich damit automatisch an mich. Ich entwickle Mitgefühl für Menschen, die ich nur kurz kenne und fühle mich mit ihnen verbunden. Ich bedauere jedes Treffen, welches keinen guten Ausgang nahm und freue mich auf die Abende auf meiner Couch mit meiner Lieblingsserie, freue mich auf den Cocktail, den meine Tochter mir jede Woche zaubert (sie trinkt nicht, aber dafür ich) und sehe den kommenden Tag nicht mehr als Last, sondern als Herausforderung. Jeden Tag kommt ein AHA-Erlebnis dazu. Jeden Tag sehe ich mich anders, aber doch gleich.

Lachen und weinen gehört für mich dazu, auch wenn es jeden Tag so ist. Ist es ein Teil von mir. Ein momentaner Begleiter. Nichts wovor ich noch Angst haben muss. Ein Prozess der mich lenkt und mir gefühlvoll zeigt, wie ich mit mir umgehen muss. Alles akzeptieren wie es kommt, ich lerne und vertraue mir. Klingt nach Phrase, ist es vielleicht auch, aber es ist eben so wie es ist.

Posted by:jennyfrankkoppenhagen

Ich bin ein Schreiberneuling - nicht. :) Die Angst zu Versagen ist quasi minütlich präsent - nicht mehr. :) Aber der Wille etwas "selber zu machen" ist stärker. Und wird immer stärker!

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