Auch ich möchte mein 2020 abschließen. Beenden und Haken dran.

Ich habe genau wie all die anderen um mich herum mit den Konsequenzen der Pandemie leben müssen. Genau wie all die anderen habe ich mich an Vorgaben gehalten. Arbeit, Einkauf, nach Hause….repeat.

Aber so war mein Leben schon vorher. Ich fühle mich deswegen nicht als Held. Ich habe schon vorher den Kontakt zu Menschenmassen minimiert und lieber nur mit meinen engsten Mitmenschen die Tage verbracht. Auch das Desinfektionsmittel stand schon Jahre vorher auf meinem Tisch im Büro. Gut, die Maske ist neu, aber endlich kein Schminken mehr und wenn man Pickel hatte, konnte man die gut verstecken. Also, passt.

Das Atmen durch die Maske fiel mir schwer, aber ich fühlte mich sicherer. Ich fand auch, dass es manchmal etwas geheimnisvolles hatte, wenn nur die Augen zu sehen waren. Aber ok, ich war dann schon überrascht, wie die Kinnpartie des mir Gegenüber dann aussah. Gehörte aber in 2020 dazu.

Ich bin umgezogen, vielmehr ausgezogen. In Pandemiezeiten zwar möglich, aber Anschließen von Waschmaschinen ging dann schon mal nicht. Zum Glück hatten zu der Zeit noch Baumärkte offen, meine 2. liebste Beschäftigung in der Zeit. Mit Warteschlange!

Meine eigenen vier Wände bewohnen. Alles selber zu gestalten. Das erleichterte mir einiges. Ich mag meine neue Wohnung, mein sicherer Hafen. Den, den ich hatte, habe ich verlassen, um in einen neuen Hafen einzukehren. Einen neuen Anker zu werfen.

Es war schwer und mühsam. Aber ich wollte es so. Ich hatte alles aufgegeben, was ich in den letzten fast 18 Jahren aufgebaut hatte. Ich wollte ja alles anders machen, meinen eigenen Kopf durchsetzen. Alles alleine entscheiden und dann scheiterte es an Sachen wie Müll raus bringen. Ich hasse Müll rausbringen. Aber auch das musste ich irgendwie machen.

Eine neue Liebe kam daher, wie ein Unwetter überrollte sie mich. Nahm mich voll und ganz ein. Ich habe alles zugelassen, weil Liebe immer das war, was ich geben wollte. Das was noch übrig war von mir, war bereit weiterhin alles zu geben.

Am Heiligabend reichte die Liebe nicht mehr aus und ich war wieder alleine. Mein Weihnachtsgeschenk an mich, war alleine sein. Aber nicht einsam.

Was habe ich also daraus gelernt? Ich muss mich erst selbst lieben bevor ich andere lieben kann. Und das ist leichter gesagt als getan. Was habe ich bis jetzt für mich getan? Fragt euch das bitte auch. Was habt ihr für euch getan? Könnt ihr auch immaterielle Dinge aufzählen? Oder sind es doch nur die Lieblingspralinen, der Lieblingswein und das heiße Bad? Gut, das mit dem heißen Bad ist unglaublich schön, wenn man dann nicht die Lieblingspralinen ins Wasser fallen lässt und den Wein verschüttet. Humor habe ich noch. Und eine schöne Wohnung. Ein wundervolles Pubertier und einen sehr erwachsenen Ex Mann, der weiß, dass das Kind an erster Stelle steht.

Allerdings hatte ich auch eine Liebe, die mir Weihnachten versaut hat, das angebliche Fest der Liebe, welches dieses Jahr für mich, ein Fest der Selbsterkenntnis war. Ich bin dankbar, dass ich trotz alledem noch klar sehen kann. Irgendwann kommt auch das Gefühl von Liebe zurück. Solange bin ich eine gute Mutter und vielleicht eine gute Ex-Frau. 🙂

PS: Am 24.12. war dann auch mein Scheidungstermin im Briefkasten. Perfektes Timing Karma. 🙂

Posted by:jennyfrankkoppenhagen

Ich bin ein Schreiberneuling - nicht. :) Die Angst zu Versagen ist quasi minütlich präsent - nicht mehr. :) Aber der Wille etwas "selber zu machen" ist stärker. Und wird immer stärker!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s