agro

Völlig genervt habe ich “Türlich, Türlich“ von “Das Bo“ im Radio aufgedreht und laut mitgesungen. Eigentlich ist es mir peinlich laut zu singen, aber “wir brauchen Bass“ geht nun mal nicht leise.
Dieses Lied hat meine Stimmung gehoben. Für einen kurzen Moment. Es hat meine extreme Aggressivität gemildert und in gute Laune verwandelt. Wie erwähnt, nur kurz.
Ich habe Signale nicht richtig gedeutet, habe meine unverblümte Art an den Tag gelegt und bin auf die Fresse gefallen. Nein, nicht immer will man meine Hilfe. Manchmal denke ich auch nur, man will Hilfe.

Auch wenn ich der Meinung bin meine Hilfe sei angebracht, heisst es nicht, dass man sie auch annehmen muss.

Das ist ein Zustand an den ich mich schlecht gewöhnen kann. Es ist etwas womit ich nicht immer klar komme.

Warum?

Wenn ich Gejammer höre, dann denke ich, dass Hilfe gewünscht ist.
Nein, man will nur Aufmerksamkeit. Nur mitleidige Blicke. Oder Verständnis? Nicht von mir. Ich habe kein Verständnis für eine selbstverschuldete Situation. Ich helfe, obwohl man nicht ausdrücklich nach Hilfe gefragt hat.
Ich verurteile niemanden für den Mist den er verzapft. Ist ja sein Mist, nicht meiner. Ich helfe nur.
Kann man von mir lernen, Mist nicht immer selber zu verzapfen? Ja. Kann man.
Will man das? Vielleicht.

Ich ändere etwas, um zu sehen ob dieser Weg mehr Erfolg bringt. Ich weiß nicht ob das richtig ist. Ich mache es einfach.

Nur ein Idiot denkt, dass sich von alleine etwas ändert, wenn man gar nichts tut.

Probieren geht über Studieren. Sagt man doch so schön. Scheinbar bin ich aber von Idioten umgeben, die nicht sehen wollen oder können.

Vielleicht bin aber auch ich der Idiot, weil ich glaube, das etwas tun besser ist als nichts.

Während ich mir meine Wut von der Seele schreibe, schaut die dicke Katze ganz verwundert zu mir auf. Sie spürt scheinbar ein gewisses aggressives Potenzial. Oder es liegt daran, dass ich sie voll
agro hinterm Ohr kraule.

6 Kommentare zu „agro

  1. Üblich ist: Ich versemmele etwas und bringe mich in Kalamitäten. Also gehe ich an die Bereinigung der Situation. Nun stelle ich fest, dass ich’s nicht allein schaffe. Ich mache mich auf den Weg, um einen Nachbarn um Hilfe zu bitten, usw.
    Käme der Nachbar sehr frühzeitig dazu und würde eingreifen, obwohl ich alles im Griff habe, könnte ich mich ärgern. „Ich greife mal ein, allein schaffst Du das eh nicht!“ könnte seine Botschaft lauten.
    Und warum fragt er nicht, ob er helfen soll? Spielt sich der Helfer jetzt in den Vordergrund oder was?
    Abgewichste sagen vielleicht „Oh, wie schön, dass Du das kannst! Mach mal, und ich schaue zu und lerne etwas!“
    Ungefragt dazwischen fahren kommt nicht gut. Ausnahme: Bei Gefahr um Leib und Leben.

    Das ist normal und wird auch so erwartet. Herzliche Grüße!
    Roland

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  2. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen sich zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb ihres Problems und damit mit sehr unterschiedlichen Intentionen an Andere wenden.
    Während manche schon mit ihrem eigenen Latein am Ende sind, bevor sie mit anderen reden, brauchen andere erstmal die Kommunikation des Problems zum Stressabbau, bevor die Energie vorhanden ist, um sich mit der Lösung des Problems auseinander zu setzen. Hier schon mit Lösungsvorschlägen zu kommen, kann sehr überfordern.
    Ebenso ist es möglich, dass eine Lösung schon erwünscht ist, die klare Definition des Problems aber noch aussteht und auch hier kann es sich übergrifflich anfühlen, wenn schon eine Lösung angeboten wird, obwohl man noch nicht mal so genau weiß, wo das Problem wirklich liegt…

    Insofern versuche ich, entweder direkt zu fragen, was von mir erwartet wird, oder – wenn ich das vergesse 😅 – aus der Reaktion zu schließen, an welchem Punkt mein Gegenüber aktuell ist und mich daran wieder anzupassen…

    Funktioniert aber natürlich auch nicht immer gleich gut… ^^

    Beste Grüße!

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    1. Das stimmt. Funktioniert nicht immer 😆 ich hab im Kopf schon alles parat und wundere mich dann warum mein Gegenüber nicht begeistert ist. 😂 letztendlich will ich meinen Konflikt mit der Meinung eines Vorgesetzten erörtern und dann mit der betreffenden Person noch mal eruieren, was meine Idee ist. Und auch nicht mehr. Nur die Idee noch mal definieren. Ich denke, dass es dann besser wird. Lieber noch ein paar Meinungen hören und dann gemeinsam Ideen umsetzen. Manchmal bin ich zu schnell und überhole alle….mich eingeschlossen…. 😝

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