Starke Frauen

Ich bin jetzt kein unglaublicher „Genderthementyp“ aber es gibt schon ein paar Sachen, die mir so auffallen.

In erster Linie bin ich Frau, Mutter, Tochter. Der Focus ist also klar. Trotzdem habe ich eine definierte Rollenaufteilung in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich weiß nicht wie das gekommen ist, es ist einfach passiert. Mein Mann bringt den Müll raus und ich koche Essen. Ich will den Müll nicht anfassen, ich produziere ihn bloß.

Trotz dieses gelebten Rollenparadieses gibt es eins zwei Punkte, die ich alleine kann. Zum Beispiel kann ich meine Räder am Auto selber wechseln (mein Mann hat mich „gezwungen“ das zu können). Ich kann Scheibenwischwasser auffüllen und den Ölstand prüfen. Dann hört es aber auch auf. Aber ich bin irgendwie stolz darauf. Muss man das als Frau können? Nein; es gibt die gelben Engel oder Freunde oder Bekannte oder eventuell auch nette Leute auf der Straße. Man muss das also nicht können. Ich empfinde mich übrigens als wirklich stark, wenn ich nur in Sekunden so ein Problem aus der Welt geschafft habe, durch nachdenken und organisieren. Wen rufe ich an? Was kann ich selber tun? Wenn das klar ist, kann es auch schon losgehen.

Es gibt aber auch Momente, wo der Mann der starken Frau sagt;“ Hey, Du brauchst nicht immer stark sein, ich helfe Dir gerne.“ Und die Frau dann so; „Schön, bringst Du mir dann Scheibenenteiser mit?“ Und er dann so; „Die Tanke ist die Straße runter.“

Danke, den Weg finde ich. Also kauft die starke Frau (das bin nicht nur ich) den Quatsch selber. Sie kann ja das Scheibenwischwasser auffüllen. Ich möchte in meinem Leben „Sachen“ alleine machen können, obwohl ich in einer sehr liebevollen Beziehung mit einem starken Mann lebe. Ich will auf gar keinen Fall abhängig sein (und bin es doch). Aber es ist keine Abhängigkeit, es ist ein Miteinander. Wenn das allen klar ist, stellt sich nicht die Frage, wer stark ist oder stark sein muss.

Ich erziehe meine Tochter (zusammen mit meinem Mann!) als eigenständige Persönlichkeit, die Fragen soll, wenn sie Hilfe braucht und trotzdem „Sachen“ alleine erledigen kann. Wann immer es nötig ist. Meine Tochter ist großartig, mein ganzer Stolz. Der Stolz meines Mannes.

Es liegt ja immer im Auge des Betrachters ob es Abhängigkeit ist oder ein Miteinander. Es sollte nichts selbstverständlich sein. Zu keinem Zeitpunkt. Bequemlichkeit ist etwas, was sich sehr schnell einschleicht, in so eine zwischenmenschliche Beziehung.

Ich möchte es nicht zu bequem haben, ich denke dann immer, ich verlerne meine Selbstständigkeit. Das ist natürlich Quatsch, aber Komfortzonen dürfen hin und wieder verlassen werden. Um so mehr kann der Partner/ Mitmensch sich dann auf den Anderen verlassen. Probiert es aus, geht aus euch heraus. Macht Sachen selber! Geht an eure Grenzen, traut euch alles zu. Dies gilt eigentlich für beide Geschlechter. 🙂

 

 

 

 

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